
SOS-Kinderdorf: Lage der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen ist Armutszeugnis für Österreich und die EU
SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser fordert Österreich und die EU dazu auf, geflüchteten Kindern und deren Familien besonderen Schutz zu gewähren
Wien (OTS) – „Die unzumutbare Situation der Geflüchteten an den Außengrenzen der EU ist beschämend für uns alle“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.
Natürlich sei hier vor allem die Europäische Union als Ganzes gefordert. „Wir wissen aber, dass einige Länder hier auf der Bremse stehen – Österreich ist eines davon. Kindern umfassenden Schutz zu verweigern ist völkerrechtswidrig. Das sollte die Bundesregierung bedenken“, so Moser.
Ein Kind ist ein Kind
„Hilfe vor Ort, Hilfe an den EU-Außengrenzen, Unterstützung für die überforderten Behörden, eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb des EU-Raumes – all das ist notwendig, um diese menschliche Katastrophe in den Griff zu bekommen“, sagt Moser. „Es ist höchst an der Zeit, dass auch die österreichische Bundesregierung versteht, dass wegschauen der falsche Weg ist.“
„Österreich sollte seine Verantwortung für die nächste Generation wahrnehmen. Ein Kind ist ein Kind, egal, wo es geboren ist. Und seine Rechte sind in internationalen Verträgen festgeschrieben“, so Moser weiter.
SOS-Kinderdorf ist vor Ort
SOS-Kinderdorf ist seit 2015 im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos aktiv. „Die Bedingungen in den Camps auf Lesbos sind unerträglich für alle Menschen und ganz besonders für traumatisierte Kinder, berichten unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort“, so Moser. „Es gibt keinerlei spezielle Maßnahmen, um Kindern Sicherheit, geschweige denn Bildung zu ermöglichen.“ Die Lage habe sich seit Jahren nicht gebessert, sondern verschlimmere sich mit der zunehmenden Zahl an Menschen in den Camps immer weiter.
Finanzhilfe ist Tropfen auf den glühenden Stein
„Wir begrüßen sehr, dass sich die österreichische Bundesregierung dazu durchgerungen hat, in dieser akuten Krisensituation Griechenland finanziell zu unterstützen. Aber natürlich ist das nur ein Tropfen auf den heißen, eigentlich längst glühenden Stein“, sagt Moser.
Recht auf Schutz und Hilfe
SOS-Kinderdorf fordert Österreich und die EU dazu auf, geflüchteten Kindern und deren Familien ausreichenden Schutz und eine ausreichende Versorgung zu gewähren. „Kinder auf der Flucht haben laut UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf Schutz und Hilfe. Die Konvention verpflichtet uns auch dazu, das Beste für die Kinder zu tun, also jede Maßnahme in Hinsicht auf das Kindeswohl abzuwägen. Wenn man sich die Situation in der Türkei und in Griechenland anschaut, sind wir weit davon entfernt“, so Moser.
SOS-Kinderdorf hat langjährige Erfahrung darin, entwurzelten Kindern und auch ihren Familien wieder Halt und eine Perspektive zu geben. „Zentral ist, Menschen ein sicheres Leben im eigenen Land zu ermöglichen. Strategische und wirtschaftliche Interessen dürfen in diesem Zusammenhang nie wichtiger sein als Menschenleben“, sagt Moser.
SOS-Kinderdorf
Martina Stemmer
Pressesprecherin
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martina.stemmer@sos-kinderdorf.at
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