Nehammer: Die historische Verantwortung ist Teil der österreichischen Identität

Innenminister Nehammer legt am Tag der Mauthausenbefreiung Kranz beim Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Gestapo nieder

Wien (OTS) – Morgen jährt sich zum 75. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen. Innenminister Karl Nehammer verweist aus diesem Anlass auf die historische Verantwortung Österreichs. „Mauthausen ist ein Symbol für Totalitarismus und seine menschenverachtenden Folgen. Wir müssen uns aber auch der Tatsache bewusst sein, dass Mauthausen durch seine zahlreichen Nebenlager über halb Österreich verteilt war. Es ist eine Tatsache, dass Österreicherinnen und Österreicher sowohl Opfer als auch Täter oder oftmals Mitwisser waren“, betont der Minister.

Zur Zeit des Nationalsozialismus‘ befand sich die Gestapo-Leitstelle Wien am Morzinplatz. Das Mahnmal am Morzinplatz erinnert an die Opfer und wurde 1985 enthüllt. Eine Bronzefigur und ein Block aus Mauthausener Granit symbolisieren das Schicksal der Gefangenen.

Diese Einsicht entstand allerdings durch einen langen, teilweise auch schwierigen Prozess der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, seinen Gräueltaten, aber auch mit den unterschiedlichen Rollen der Österreicherinnen und Österreicher konnte sich stetig weiterentwickeln.

Der Innenminister legt morgen beim Mahnmal am Morzinplatz zur Erinnerung an die Opfer der Gestapo einen Kranz nieder. „Es ist wichtig, die notwendige Emotion zum Begreifen von Geschichte zu wecken und zu erhalten – vor allem wenn uns Zeitzeugen eines Tages nicht mehr zur Seite stehen. Geschichte ist nicht nur die Beschreibung von Vorgängen, sondern auch ein Empfinden, um Ereignisse im kollektiven Empfinden der Menschen zu verankern“, sagt Nehammer.

Polizei garantiert Einhaltung der Grund- und Freiheitsrechte

Eine besondere Rolle komme dem Innenministerium sowie den Polizistinnen und Polizisten als Verantwortliche für die innere Sicherheit zu. „Die Polizei ist der Garant für unser demokratisches Zusammenleben. Sie sichert unseren Rechtsstaat und somit die Einhaltung der Grund- und Freiheitsrechte in unserem Land“, sagt der Minister. Sicherheit müsse in einem zeitgemäßen Kontext interpretiert werden: umfassend und vor allem in einem engen Dialog mit der Zivilgesellschaft.

Dem werde in der Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in besonderem Maße Rechnung getragen. „Die Auseinandersetzung mit der historischen Verantwortung, vor allem die gezielte Reflexion der Folgen von Extremismus und Totalitarismus sind Bestandteil der Polizei-Grundausbildung“, sagt der Innenminister.

Der Besuch der Gedenkstätte Mauthausen ist für alle Teilnehmer der Polizei-Grundausbildung verpflichtend und wird im Unterricht vor- und nachbereitet.

Bundesministerium für Inneres
Oberst Markus Haindl, BA MA
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