
Anderl zur Schul-Digitalisierung: Geräte müssen für SchülerInnen gratis sein
Familien nicht wieder mit Home-Schooling belasten, selbstbestimmten Umgang mit Tablets, Laptops und Smartphones lehren
Wien (OTS) – „Gut, aber nicht gut genug“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl zu den heute vorgestellten Digitalisierungsplänen für die Schule: „Der Vergleich des Kanzlers mit der Gratis-Schulbuchaktion der 1970-er Jahre hinkt, wenn die Eltern bei den digitalen Geräten für ihre Kinder mitzahlen müssen. Die Geräte müssen den Schülerinnen und Schülern gratis zur Verfügung gestellt werden.“ Und: „Lernen gehört in die Schule, die Familien dürfen nicht schon wieder mit Home-Schooling belastet werden.“ Überdies wurde auf der Regierungs-Pressekonferenz „kein Wort darüber verloren, dass vor allem selbstbestimmter Umgang mit Tablets, Laptops und Smartphones gelehrt werden muss.“
Die Schulen bilden digitale Kompetenzen zu wenig aus, die Jugendlichen sind in „Digital Natives“ und „Digital Naives“ gespalten. Das war vor einiger Zeit das Ergebnis einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung im Auftrag der Arbeiterkammer:
Jugendliche mit niedriger formaler Bildung haben nicht gelernt, digitale Medien zur Erreichung persönlicher Ziele zu verwenden, auf sozialen Netzwerken ihren eigenen Standpunkt zu artikulieren oder digitale Medien für die Schule zu benutzen. Umgekehrt sind SchülerInnen, die die Matura machen, „Cracks“ im selbstbestimmten Einsatz ihrer Geräte.
AK Präsidentin Renate Anderl: „Die Schulen müssen ihren Schülerinnen und Schülern beibringen, wie sie im Netz mehr tun können, als nur Likes zu verteilen. Entsprechende Lehr- und Lernziele müssen zum wichtigen Bestandteil der Schul-Digitalisierung gemacht werden. Sonst ist digitaler Unterricht nichts anderes als die Verlängerung der Klassenräume in die Wohnzimmer der Familien.“
Überdies dürfe digitaler Unterricht nicht dazu führen, dass die Eltern „unfreiwillige Hilfslehrerinnen und -lehrer daheim in der Küche oder im Wohnzimmer“ bleiben. Renate Anderl: „Lernen gehört in die Schule.“
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