AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Die Corona-Krise hat gezeigt: Ohne Arbeitnehmer funktioniert im Land gar nichts“

3. Vollversammlung der XVI. Funktionsperiode

Linz (OTS) – Die Corona-Zeit hat auch für die Arbeiterkammer Oberösterreich massive Herausforderungen gebracht. „Wir haben versucht, die Beratung für unsere Mitglieder aufrechtzuerhalten. Das ist uns gelungen. Wir waren immer erreichbar“, sagte Präsident Dr. Johann Kalliauer heute in seinem Bericht bei Vollversammlung der AK Oberösterreich. Die Anfragen der Mitglieder waren enorm. So haben sich etwa die E-Mail-Beratungen verzehnfacht.

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie sei es wichtig gewesen, durch die Zusammenarbeit der Sozialpartner rasch eine Kurzarbeitsregelung einzuführen. „So konnten wir viele Kündigungen verhindern, leider nicht alle“, so Kalliauer. Die Bundesregierung habe fast täglich erklärt, wie man Unternehmen helfen wolle. „Wenn es um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegangen ist, war man allerdings zurückhaltender“, sagte Kalliauer. Der Regierungs-Leitspruch „Koste es, was es wolle“ habe offenbar für Arbeitnehmer/-innen nicht gegolten. „Dass dann auch noch die Bauernpensionen problemlos um 450 Euro erhöht worden sind, hat die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verständlicherweise verärgert“, so der AK-Präsident.

Die Regelung für Risikopatienten/-innen könne man ebenfalls nicht gerade als geglückt bezeichnen. Außerdem habe es ewig lange gedauert, bis sie festgestanden ist. Die anfängliche Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie sei richtig gewesen, aber dass völlig auf die Interessen der Arbeitnehmer/-innen vergessen worden ist, sei für Kalliauer absolut nicht nachvollziehbar.

Für den AK-Präsidenten gebe es einige zentrale Lehren aus der Corona-Krise.

1. Ohne Arbeitnehmer/-innen funktioniert im Land nichts. „Es wird
unsere Aufgabe sein, eine höhere Bezahlung sicherzustellen und die
Arbeitsbedingungen zu verbessern. Applaus allein ist zu wenig“, sagte
Kalliauer.
2. Die Arbeitnehmer/-innen sind extrem flexibel. „Sie haben die
vielen Veränderungen immer mitgetragen“, so Kalliauer.
3. Die Sozialpartnerschaft funktioniert nach wie vor – das habe die
Corona-Pandemie ganz klar bewiesen.
4. Unser Gesundheitssystem befindet sich noch immer in einer guten
Lage. Es habe sich aber gezeigt, dass es völlig richtig war, gegen
die Sparpläne der Regierung aufzutreten. „Den jetzigen Standard
müssen wir unbedingt halten, besser wäre es, ihn auszubauen“,
forderte der AK-Präsident.

Was Kalliauer der Politik in Bund und Land noch vorwirft? „Sie haben zu viel angekündigt und zu wenig gezielte Hilfspakete geschnürt.“

Arbeiterkammer Oberösterreich
Mag. Michael Petermair
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