
„kreuz und quer“-Doku „Mein Outing – Muslim und homosexuell“ am 28. Juli um 22.35 Uhr in ORF 2
Danach: „Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“
Wien (OTS) – Abdel Aziz Mahmoud ist dänischer Fernsehmoderator mit arabischen Wurzeln, der sich als gläubiger liberaler Muslim bezeichnet. Und er ist homosexuell. Homosexualität gilt im Islam als Sünde, und so wagte es Abdel Aziz Mahmoud lange Zeit nicht, seine sexuelle Orientierung offen zu zeigen. Wie er sich schließlich doch zu einem Outing vor seiner Familie und auch vor der dänischen Öffentlichkeit durchgerungen hat, zeigt die „kreuz und quer“-Dokumentation „Mein Outing – Muslim und homosexuell“, die Abdel Aziz Mahmoud gemeinsam mit Kenneth Laugaard gestaltet hat, am Dienstag, dem 28. Juli 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2. Um 23.25 Uhr folgt die Dokumentation „Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“ von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber.
Seinen Eltern und Geschwistern gegenüber hat sich Abdel Aziz Mahmoud bereits vor einiger Zeit als homosexuell geoutet. Abdel möchte aber einen Schritt weiter gehen und seine sexuelle Orientierung auch öffentlich eingestehen. Outen möchte er sich in einer TV-Produktion des dänischen Fernsehens, in der Serie „Die Familie von Lærkevej“ – einer sechsteiligen Familienchronik, die Einblick in das Leben einer modernen dänischen Familie mit Migrationshintergrund – seiner Familie – gibt. Doch bevor er diesen Schritt wagt, möchte er Näheres über die Haltung des Islam zu gleichgeschlechtlicher Liebe erfahren.
Und so fragt er einige dänische Imame, ob man gleichzeitig Muslim und homosexuell sein kann. Die häufigste Reaktion ist: Nein, Homosexualität sei eine schwere Sünde im Islam. Dabei beziehen sie sich auf jene Stelle im Koran, die von der Vernichtung der sündigen Bewohner von Sodom und Gomorra wegen ihrer Homosexualität berichtet. Als sich Abdel Aziz Mahmoud selbst als schwul outet, reagieren die Imame etwas weniger radikal. Zwei der Befragten meinen, die Neigung an sich sei keine Sünde, erst wenn gleichgeschlechtliche Sexualakte praktiziert werden, dann sei es schwere Sünde.
Nach diesen Gesprächen outet sich Abdel Aziz Mahmoud tatsächlich im Fernsehen. In der Folge erhält er unzählige Botschaften in den sozialen Medien, die meisten recht positiv. Einige davon sind allerdings überaus aggressiv: „Du ekelhafte Schwuchtel“, „Du Mistkerl!“, „Du bringst Schande über deine Familie“. Ein Poster namens Ali Sheik beruft sich sogar auf Allah: „Allah hat befohlen, solche Männer von einem hohen Turm zu stoßen und sie beim Hinunterfallen zu steinigen.“
Abdel Aziz Mahmoud versucht, einige dieser Schwulen-Hasser zu kontaktieren. Die meisten verweigern jedoch den Kontakt, bis auf Ali Sheik. Sogar vor laufender Kamera bekräftigt er seine tiefe Abscheu vor homosexuellen Muslimen. Dennoch findet Abdel Aziz Mahmoud nach der hitzigen Diskussion, dass ihm Ali Sheik zumindest einen Hauch von Sympathie entgegengebracht habe. Sein Fazit nach dieser Auseinandersetzung über Homosexualität und Islam: Es sei wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, dann werde sich vielleicht in Zukunft die Einstellung der Muslime zu Menschen mit anderer sexueller Orientierung verändern.
„Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“: Sexismusdebatte, Ehe für alle, drittes Geschlecht. Wir befinden uns in einem Umbruch, einer Erschütterung Jahrhunderte alter Traditionen: Die „alte“ Welt, in der Männer noch Männer waren und Frauen nur Frauen, scheint vorbei. Was heutzutage als „normal“ gilt, wird gerade neu verhandelt. Doch auch der Backlash lässt nicht auf sich warten, vielen geht der „Genderwahn“, das „Genderwirrwarr“ definitiv zu weit.
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