Gahr zu RH-Bericht Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel: Fehlende Konzepte und Managementpläne – Land Burgenland muss endlich handeln

Wien (OTS) – Im heute erschienenen Rechnungshofbericht „Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel“ wird die mangelnde Aufsicht des Landes Burgenland stark kritisiert. Prüfungsziel des Rechnungshofes war es, zu beurteilen, inwieweit die Nationalparkgesellschaft ihre gesetzlichen Aufgaben wahrnahm und das Land Burgenland seinen aufsichtsbehördlichen Pflichten nachkam. Dazu ÖVP-Rechnungshofsprecher Abg. Hermann Gahr: „Der Rechnungshofbericht zum Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel zeigt ein ernüchterndes Ergebnis. Das Land Burgenland hat als Aufsichtsorgan jahrelang untätig zugesehen. Es fehlen Managementpläne, nachhaltige Konzepte zur Grundwasserbewirtschaftung sowie für den Nationalpark.“

Geprüft wurden die Jahre 2014 bis 2018, abschließend gab es 43 Schlussempfehlungen. Hauptkritikpunkt ist der fehlende Grundwasserbewirtschaftungsplan des Landes Burgenland für den Seewinkel. Aufgrund des Eingriffes in den Naturhaushalt der Salzlacken, etwa durch Entnahme von Wasser oder Bebauung, droht eine zunehmende Versteppung. Das hat negative Auswirkungen auf das Ökosystem und den Tourismus. So wurden zur Bewässerung der Feldfrüchte tausende Brunnen errichtet und das meist erst mit nachträglicher behördlicher Bewilligung. „Hier gab es keine Pläne, kaum Genehmigungen und keine Messung der tatsächlich entnommenen Wassermengen. Es ist höchste Zeit, dass das Land Burgenland hier handelt und im Rahmen der wasserrechtlichen Bewilligung Vorrichtungen für die tatsächliche Grundwasserentnahme, wie insbesondere Wasseruhren, verpflichtend vorschreibt“, sagt Gahr.

Verwunderlich sei auch, dass der Nationalpark seit seinem Bestehen (1993) noch immer keinen Managementplan vorweisen kann, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Für die jährlichen Arbeitsprogramme fehlte somit eine umfassende strategische Vorgabe. „Es ist unverständlich, dass über 20 Jahre lang ohne Plan gearbeitet wurde. Das Land Burgenland hat als Aufsichtsbehörde versagt. Es ist höchste Zeit, endlich einen Managementplan entsprechend der Nationalpark–Strategie Öster­reich 2020+ zu erarbeiten. Dabei sollten auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung berücksichtigt werden“, so Gahr abschließend. (Schluss)

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