KAICIID Fellows und Jugendliche bereiten Interreligiöses G20-Forum vor

Vor G20-Forum: KAICIID-StipendiatInnen und Jugendliche aus aller Welt diskutierten über Konfliktprävention, Friedensarbeit, Klimawandel und multireligiöse Zusammenarbeit

Wien (OTS) – Friedenskonsolidierung, Konfliktprävention, Klimawandel und multireligiöse Partnerschaften standen ganz oben auf der Tagesordnung, als dutzende ehemalige und gegenwärtige KAICIID Fellows sowie JugendvertreterInnen aus mehreren der wichtigsten Weltreligionen virtuell zusammenkamen, um am „G20i Fellows and Youth Forum“ teilzunehmen.

Das Fellows- und Jugendforum war auch der Auftakt zum diesjährigen „G20 Interfaith Forum“, bei dem ab morgen über fünfhundert Vortragende, Fachleute und registrierte Gäste aus aller Welt fünf Tage lang debattieren und Empfehlungen abgeben werden. Die Themen umfassen u.a. die wichtigsten Herausforderungen der globalen Agenda für menschliche Entwicklung im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele („UN Sustainable Development Goals“) der Vereinten Nationen (SDGs).

Die Empfehlungen des Interreligiösen G20-Forums werden dann den Staats- und Regierungsoberhäuptern vorgestellt, die nächsten Monat zum G20-Gipfel in Saudi-Arabien zusammentreffen.

Das „Fellows and Youth Forum“ galt als Abschluss eines langen Konsultationsprozesses mit 500 PolitikerInnen, ReligionsführerInnen, religiösen Organisationen und ExpertInnen zur Rolle des Glaubens für die menschliche Entwicklung. Der Prozess erstreckte sich über fünf Kontinente und 70 Länder, VertreterInnen zehn verschiedener Glaubensrichtungen waren daran beteiligt.

KAICIID organisierte gemeinsam mit der Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC), der G20 Interfaith Forum Association und dem Nationalen Komitee für interreligiösen und interkulturellen Dialog im Königreich Saudi-Arabien die diesjährigen Konsultationen und das Interreligiöse G20-Forum, das virtuell abgehalten wird.

Faisal bin Muaammar, KAICIIDs Generalsekretär, eröffnete das Fellows and Youth Forum und würdigte das Talent und das Engagement der Fellows. „Ich habe schon oft gesagt, dass unsere Fellows die wahren BotschafterInnen des Dialogs sind. Die 250 Frauen und Männer, die sich KAICIID Fellows nennen, repräsentieren das Beste des interreligiösen Dialogs und stehen für den Wandel, den wir in der Welt sehen wollen.“

Miguel Ángel Moratinos, Hoher Vertreter der UN-Allianz der Zivilisationen, nannte einige Herausforderungen, vor denen junge Menschen auf der ganzen Welt während der Coronavirus-Pandemie stehen. „Es ist eine enorme Belastung und eine mentale Herausforderung für alle, aber besonders für die Jugend.“

„Die Pandemie hat alle Herausforderungen, denen sich junge Frauen und Männer stellen müssen, noch verschärft. Millionen haben ihren Arbeitsplatz verloren, Hunderttausende sind aufgrund der teilweisen Schließung von Schulen und Universitäten ohne Ausbildung. Es wurde versäumt, diese Probleme zu lösen, was zu einer Entfremdung der jungen Menschen und einem Bruch des Vertrauens in das politische Establishment führte.“

Professorin Katherine Marshall, Mitglied des Beirats des Interreligiösen G20-Forums und Senior Fellow am World Faiths Development Dialog Centre am Berkley Center der Georgetown Universität, betonte, wie wichtig es sei, junge Menschen in Fragen, die die G20 betreffen, einzubeziehen.

„Die Jugend ist nicht die Zukunft, sie ist die Gegenwart“, so die Professorin. „Wir brauchen die Ideen, die Energie, die Kraft der jungen Menschen. Die Herausforderung besteht immer darin, Wege zu finden, um ihre Stimmen an den Verhandlungstisch zu bringen. Sie dürfen nicht vernachlässigt werden. Viele Organisationen neigen dazu, junge Menschen nicht zu hören. Ich denke, dass die Motivation des heutigen Treffens und unserer Teilnahme am G20-Forum sehr stark darauf ausgerichtet ist, diese Stimmen klar und deutlich in die komplexen Prozesse einzubringen.“

Den Höhepunkt des Forums bildete die Präsentation der vielen Empfehlungen aus Workshops mit KAICIID Fellows und Jugendlichen. Dazu gehörten Empfehlungen, die die Fellows als BotschafterInnen des Friedens und Konfliktprävention, TrainerInnen sowie als FürsprecherInnen für Jugendliche und Frauen gesammelt hatten.

VertreterInnen der Jugend präsentierten Empfehlungen zur Bekämpfung von Hassrede, zur Nutzung sozialer Medien als Raum für Dialog und zu Bedürfnissen von Frauen, jungen weiblichen Flüchtlingen und Migrantinnen.

Zu den Empfehlungen gehörten die Reform der Hochschul- und Erwachsenenbildungseinrichtungen, um multireligiöse Lehrpläne und Diversitätsschulungen einzuführen, Schutz vor Cyber-Mobbing und die Bekämpfung des zunehmenden Populismus, des Hasses und der Gewalt von Rechtsextremen in Europa und den USA.

Weitere Empfehlungen sprechen sich für mehr Forschungsfinanzierung aus, um die Verbindungen von Theologie und Ökologie zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen in Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels integriert werden. Weiters bedarf es der Entwicklung eines Multimedia-Toolkits für ökologische Fragen, das als pädagogischer Leitfaden zum Schutz des Planeten dienen könnte.

KAICIID Communications Department
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