Im Jahr der geschlossenen Lokale: Drei Gastro-Trends für zuhause

Im Corona-Jahr mussten die Lokale einen Großteil der Zeit geschlossen bleiben. Gastronomische Erlebnisse haben sich in die eigenen vier Wände verlagert. Selten zuvor wurde in Österreich derart viel gekocht wie im Jahr der Pandemie. Wo man außer Haus keine Gastro-Trends ausprobieren kann, holt man sie sich eben nach Hause.

Zugegebenermaßen neigten viele Österreicher während der Lockdowns zur Zubereitung von Tiefkühlkost. Schade, denn Zeit zum Kochen bleibt in Zeiten des Homeoffice eigentlich genug. Nicht nur das: Auch Zeit zum Ausprobieren und Experimentieren hat man im Corona-Jahr. Ob es um neue Trends wie Fusionsküche oder fleischlose Burger geht.

Das sind die Gastro-Trends 2020

Man möchte meinen, dass sich im Jahr der geschlossenen Lokale kaum neue Gastro-Trends entwickeln können. Aber das stimmt nicht. Das gewachsene Vertrauen in Tiefkühlküche ist bei Weitem nicht der einzige Verköstigungs-Trend der vergangenen zwölf Monate. Erwähnenswert sind hiervon abgesehen vor allem die folgenden Entwicklungen:

  1. Multi-Kombinationen
  2. Zero-Drinks
  3. Nachhaltigkeit

Alle davon lassen sich problemlos in die eigene Küche holen. Multi-Kombinationen beispielsweise in Form von Fusionsküche. Hierbei lässt man sich von internationalen Rezept-Klassikern zu neuen Kombinationen inspirieren. Nachhaltigkeit zieht hingegen mit fleischlosen Burgern oder geretteten Lebensmitteln ins heimische Kochgeschehen ein. Noch leichter umsetzen lässt sich in den eigenen vier Wänden der Zero-Drink-Trend. Während Corona haben viele Österreicher vermehrt zu alkoholischen Getränken gegriffen. Das Zero-Drink-Konzept ist ein Gegentrend dazu. Von anti-alkoholischem Bier bis hin zu Wein und Cocktails ohne Alkohol.

1. Multi-Kombinationen für Zuhause

In den Metropolen der Welt köchelt der Fusionsküchen-Trend eigentlich schon seit mehreren Jahren vor sich hin. Traditionelle Aromen und Rezepte verschiedener Kulturen werden in Takeaways und Straßenküchen neu kombiniert. London und New York gelten als Vorreiter, was die kühnen Rezept-Kombinationen betrifft. Traditionelle Gerichte aus verschiedenen Kulturen zerlegt man zum Nachmachen in ihre Einzelteile. Danach multi-kombiniert man sie und würzt die Gerichte gewagt. Wer sich zu Hause daran versuchen möchte, hat idealerweise folgende Zutaten im Schrank:

  • rote Bohnenpaste
  • Sojasauce
  • Wasabi-Paste
  • Pickled Ginger
  • Zitronen
  • Chilischoten
  • Zitronengras
  • Tahini
  • Hartkäse (Parmesan, Pecorino, Sbrinz)
  • Sardellen
  • Fischsauce (Crevettenpaste)
  • ungemahlene Gewürze

Der multi-ethnische Hochgenuss basiert vor allem auf gewagten Gewürz-Kombinationen. Wie wäre es beispielsweise damit, Kartoffelstock nicht mit Muskatnuss, sondern Ingwer oder Wasabi zu würzen? Ebenso einfach lässt sich in traditionell deutschen Gerichten Salz durch Zutaten wie Sardellen, Pecorino, fermentierte Fischsauce oder Sojasauce ersetzen. Wo man hierzulande Essig oder Zitrone verwendet, kommen in anderen Küchen der Welt Sumac oder Tamarinde zum Einsatz. Durch solche einfachen Alternativen lassen sich Alltagsrezepte neu erleben. Sogar das separate Anrichten einzelner Zutaten kann neuen Rezept-Erlebnissen den Weg ebnen. Dieser Deconstructed-Trend schafft vor allem neue Optik – und wie man weiß, isst das Auge mit.

2. Zero-Drinks zum Essen

Vielleicht nicht ganz so aufregend, aber trotzdem ebenso beliebt wie Fusionsküche sind in diesem Jahr Zero-Drinks. Das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung hat das Verlangen nach anti-alkoholischen Alternativen zu herkömmlichen Drinks gestärkt. Neben alkoholfreien Cocktails haben sich Null-Prozent-Spirituosen zu einem echten Trend entwickelt. Mittlerweile gibt es sogar Marken, die in geschmacklicher Hinsicht Gin oder Whiskey imitieren. New York gilt hier als Trendsetter. In sogenannten Zero Proof Bars oder auf Sober-Pop-up-Events werden hier seit Jahren entsprechende Getränke serviert.

3. Nachhaltigkeit

Das Nachhaltigkeitsbewusstsein österreichischer Konsumenten steigt. Längst haben sich Konzepte wie Zero Waste im Alltag etabliert und auch auf dem Teller achtet man zunehmend auf Nachhaltigkeit. Was nachhaltige Ernährung betrifft, spielt neben der Auswahl der Zutaten vor allem Lebensmittelrettung eine Rolle. Ein Großteil der ernährungsseitigen Umweltbelastung lässt sich durch die Vermeidung von Food Waste reduzieren. Genau darum geht es bei Lebensmittelrettung mithilfe von Tools wie der App Too Good To Go. Fertige Gerichte und Lebensmittel lassen sich über die App seit 2019 vor der Tonne retten. Verbraucher bekommen sie zu günstigen Preisen von Gastronomen und anderen Unternehmen. Über 400 österreichische Betriebe nutzen mittlerweile die App.

Den Nachhaltigkeitstrend kann man in der hauseigenen Küche nicht nur durch eigens zubereitete Gerichte aus geretteten Lebensmitteln verfolgen. Auch die Abkehr von der Fleischküche hat sich im Rahmen nachhaltiger Ernährung eingebürgert. Das beste Beispiel dafür sind Burger. Jeder dritte kommt weltweit heutzutage ohne Fleisch auf den Teller. Fleischersatzprodukte auf der Basis von Erbsenprotein haben sich als Alternative eingebürgert. Zubereiten lassen sich solche auch in der eigenen Küche.

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