Grüne Wien/Malle, Stadler: Uni Novelle muss für mehr Chancengerechtigkeit sorgen

Wien (OTS) – Die Begutachtungen zu den geplanten Änderungen der Uni-Novelle sind abgeschlossen. Im März werden diese im Parlament abgestimmt. Die Wiener Grünen treten seit jeher für mehr Chancengerechtigkeit in Bildung und Wissenschaft ein und haben – trotz positiver Ansätze – noch Änderungswünsche.

Die Studierenden-Sozialerhebung zeigt, dass die große Mehrheit der Studierenden zusätzlich zum Studium arbeiten muss, um sich den Besuch einer Hochschule überhaupt leisten zu können. „Die geplante Anrechenbarkeit zum Studienfortschritt schulischer, beruflicher und außerberuflicher Tätigkeiten ist ein richtiger Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit. Überzogene Sanktionen – wie langjährige Sperren vom Studium bei nicht erbrachter Leistung – blenden jedoch die individuellen Lebensrealitäten aus“, erklärt Bildungssprecherin Julia Malle. Gerade sogenannte „first generation students“, meist Kinder aus Arbeiter*innenfamilien, haben es ungleich schwieriger.

Aus Sicht der Bildungssprecher*innen der Grünen Wien braucht es noch mehr Maßnahmen, berufstätige Studierende stärker zu entlasten. Auch die Wirtschaftskammer Wien fordert in diesem Kontext die bessere Berücksichtigung jener Student*innen, die zusätzlich arbeiten müssen. „Dabei sollte Berufstätigkeit als Beurlaubungsgrund in die Novelle aufgenommen werden. Es muss zugleich garantiert werden, dass, im Sinne der Bildungsgerechtigkeit, Studieren und Arbeiten parallel jederzeit gut möglich ist“, so Felix Stadler. Hierbei sind aber auch die Unis gefordert, ein entsprechendes Lehrangebot zu schaffen.

Besonders prekären Bedingungen ist auch das wissenschaftliche Personal ausgesetzt. Eigentlich waren die bisher geltenden Kettenvertragsregelungen zum Schutz der Wissenschaftler*innen gedacht gewesen. Leider hat das nicht zu mehr Planbarkeit von Karrieren geführt. Dieses Problem wird auch durch die angekündigten Änderungen nicht gelöst. „Wenn befristete Anstellungen nach sechs oder acht Jahren auslaufen, heißt das nicht, dass dadurch zwangsläufig das Prekariat endet und befristete Dienstverhältnisse in unbefristete überführt würden“, so die Grünen Bildungssprecher*innen. Es ist zu daher zu befürchten, dass die Universitäten weiterhin hoch qualifizierte Forscher*innen verlieren. Die Wiener Grünen fordern von Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, die Unis in die Pflicht zu nehmen und für Laufbahnstellen auf allen wissenschaftlichen Ebenen zu sorgen, damit endlich persönliche Karriereplanung möglich wird. Dies sollte in den Leistungsvereinbarungen zwischen Hochschulen und Ministerien festgeschrieben werden.

Positiv hingegen ist, dass es gelungen ist, mehr ECTS-Gerechtigkeit in den Studienplänen zu schaffen, wodurch in Zukunft mehr Klarheit für Studierende besteht. Erstmals wird es außerdem ein kombiniertes Master- und Doktoratsstudium und geschlechtsspezifische akademische Grade geben. Die Verlängerung der Einspruchsfrist negativer Beurteilungen oder ein Prüfungsantritt mehr bei der letzten Prüfung sind ebenso zu begrüßen. Auch die Unterstützung für Studierende beim Studienabschluss ist ein großer Fortschritt.

„Als Bildungssprecher*innen der Wiener Grünen erwarten wir uns, dass gute Vorschläge und berechtigte Kritik aus den Stellungnahmen berücksichtigt werden sowie den Student*innen und Wissenschaftler*innen keine unnötigen Hindernisse in den Weg gelegt werden“, fordern Malle und Stadler abschließend.

Kommunikation Grüne Wien
(+43-1) 4000 – 81814
presse.wien@gruene.at
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender