TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel:“Noch längere Fahrt im Corona-Tunnel“, Ausgabe vom 2. März 2021 von Alois Vahrner.

Innsbruck (OTS) – Das war mit Blick auf die gestiegenen Infektionszahlen leider zu befürchten: Die türkis-grüne Bundesregierung hat die von vielen Seiten erhofften und geforderten weiteren Lockerungen der Corona-Regeln weiter aufgeschoben.

Die Ungedulds-Kurve bei Bevölkerung, Wirtschaftstreibenden sowie Kultur- und Sportverantwortlichen zeigt nach einem Jahr wechselnd harter Einschnitte und ihrer immer massiveren Folgen verständlicherweise immer weiter nach oben. Das tat in den letzten Tagen aber leider auch die Kurve bei den Neuinfektionen, Experten warnten zuletzt vor einer drohenden dritten Corona-Welle.
Außen herrschen dieser Tage Frühlings-
temperaturen, bei Corona bleibt Österreich aber bis auf Weiteres ziemlich auf Frost-Kurs – auch wenn bei diesem politischen Spagat gestern einige zaghafte Erleichterungen in Aussicht gestellt wurden. Sport im Freien für Kinder und Jugendliche ab 15. März, offene Gastgärten ab dem 27. März – jeweils nach vorangegangenen Covid-Testungen. Das ist alles weit von dem entfernt, was jüngst die durch die monatelangen Sperren schwerstgetroffenen Wirtschaftsbereiche wie Gastronomie und Hotellerie, der Veranstaltungsbereich oder die Kultur gefordert hatten. Diese sind bereits seit Anfang November stillgelegt und müssen sich jedenfalls bis nach Ostern gedulden.
Vorarlberg, das die derzeit klar gerings­ten Inzidenzzahlen aufweist, darf die Gastr­o im Freien bereits ab Mitte März öffnen. Auch im Sport soll ab Mitte März mehr als im restlichen Österreich erlaubt sein. Spät, aber doch gibt es hier so etwas wie eine Reanimation der als Total-Flop gestarteten Corona-Ampel. Tirol, das zwar die zweitniedrigste Inzidenz hat, bleibt wegen der Südafrika-Mutation leider bis auf Weitere­s außen vor.
Das in Aussicht gestellte Licht am Ende des Corona-Tunnels leuchtet zurzeit noch immer nur schwach. Der Tunnel ist leider deutlich länger als von vielen erhofft. Das liegt auch sehr an den im Schnecken­tempo angelaufenen Impfungen. Mehr als zwei Monate nach dem groß inszenierten Impfstart nach Weihnachten sind mangels Impfstoffen noch nicht einmal ein Viertel der über 80-Jährigen geimpft. In den nächsten Wochen werde das Impf-Tempo massiv erhöht, kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz an.
Bis zum Sommer solle die Krise dann weitgehend bewältigt sein. Dank Impfungen und dank der massenhaften Tests. Österreich sei mit zuletzt schon 2,8 Mio. Tests pro Woche (im Schnitt tatsächlich das Mehrfache als etwa in Deutschland) auf dem Weg zum „Test-Weltmeister“. Ganz ohne politische Superlative geht es für die Regierung offenbar auch dieser Tage nicht, in denen uns allen schon die ganz normale Normalität genügen würde.

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