
Greenpeace begrüßt Comeback der Mehrweg-PET-Flasche in Österreich
Vöslauer setzt 2022 mit Mehrweg-PET neue Initiative zur Verpackungsreduktion – Greenpeace fordert ein flächendeckendes Mehrwegangebot im Handel
Wien (OTS) – Greenpeace begrüßt die heute von Vöslauer präsentierten Pläne zur Einführung der Mehrweg-PET-Flasche am österreichischen Markt. Seit 2009 gibt es in Österreich aus PET ausschließlich Einwegflaschen zu kaufen, die nach einmaliger Verwendung im Müll landen. Mit der wiederbefüllbaren 1-Liter-PET-Mehrwegflasche ersetzt Vöslauer künftig mindestens 12 Einwegflaschen und spart pro Getränk umgerechnet rund 80 Prozent Verpackungsmaterial. Neben begrüßenswerten Initiativen von Unternehmen wie Vöslauer braucht es aber gesetzlich verpflichtende Maßnahmen gegen die Verpackungsflut, so Greenpeace. Aktuell sind nur 20 Prozent der Getränke in wiederverwendbaren Glas-Flaschen abgefüllt. Die Bundesregierung muss im neuen Abfallwirtschaftsgesetz den Anteil von Mehrweg mit verbindlichen Quoten im Handel in den nächsten Jahren auf mindestens 80 Prozent erhöhen, fordert die Umweltschutzorganisation.
„Nur mit wiederverwendbaren Mehrweg-Verpackungen schrumpfen wir die Verpackungsberge nachhaltig. Durch ihr leichtes Gewicht ist die Mehrwegflasche aus PET eine sinnvolle und umweltfreundliche Ergänzung zu Glas-Mehrweg. Alle Supermärkte müssen mitziehen und die neuen wiederbefüllbaren Flaschen auch in ihre Regale stellen”, fordert Lisa Panhuber, Konsumexpertin von Greenpeace in Österreich. Vöslauer wird die derzeitige 1-Liter PET-Einwegflasche mit Pfand im kommenden Frühjahr komplett durch eine 1-Liter Mehrweg-PET-Flasche ersetzen. Schon jetzt bringen KonsumentInnen 97 Prozent der Vöslauer-Pfandflaschen nach dem Gebrauch wieder zurück. In Zukunft kann sichergestellt werden, dass eine Flasche sogar mehrere Jahre im Kreislauf bleibt und damit auch nicht in der Natur landet. Das Waschen und Wiederbefüllen erzeugt entlang des Lebenszyklus einer Flasche zudem deutlich weniger Emissionen als die Neuproduktion von Einwegflaschen. Für Greenpeace ist das Ziel, dass ein österreichweites Netz von Getränkeherstellern eine einheitliche Mehrwegflasche verwendet – ähnlich wie es bereits bei der genormten Bierflasche der Fall ist. So können Transportwege minimiert und die Umlaufzahlen der Flaschen noch deutlich erhöht werden.
Pro Jahr landen in Österreich 1,6 Milliarden Einwegplastikflaschen im Müll. Nur 28 Prozent davon werden wieder zu Flaschen recycelt. Mehrweg-Flaschen werden hingegen wiederverwendet und sorgen für einen Rückgang von Plastikabfall und klimaschädlichen Treibhausgasen. “Mehrweg-Initiativen von Unternehmen wie von Vöslauer oder letztes Jahr von Berglandmilch und Egger sind wichtige Schritte, um unseren Konsum umweltfreundlicher zu gestalten. Doch für die notwendige Trendwende bei den wachsenden Verpackungsbergen braucht es gesetzliche Rahmenbedingungen und eine verpflichtende Mehrwegquote im Handel. Es ist höchste Zeit, dass auch internationale Konzerne wie Coca-Cola und die Diskont-Supermärkte in die Pflicht genommen werden und ihre Produkte in Mehrwegverpackungen anbieten müssen”, so Panhuber. Die Politik muss sich für eine umweltfreundliche Gesetzgebung am Modell der Abfallhierarchie orientieren und demnach die Vermeidung und Wiederverwendung von Verpackungen stark forcieren.
– Hintergrundinfos zu PET-Mehrweg: https://bit.ly/3g5osPc
– Greenpeace-Factsheet zu Mehrweg: https://bit.ly/3mBLFtD
– Bildmaterial zu Mehrweg finden Sie unter: https://bit.ly/3a6AWCj
Marianne Fobel
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 816 9716
E-Mail: marianne.fobel@greenpeace.org
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