
Reimon zu Rana Plaza: Es reicht nicht aus, wenn Konsument*innen ihr Verhalten ändern
Grüne: Zu Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltausbeutungen braucht es europäisches Lieferkettengesetz sowie nachhaltige Textilstrategie
Wien (OTS) – Am 24. April jährt sich zum achten Mal der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza, der zu mehr als 1.000 Toten und über 2.000 Verletzten geführt hat. „Wir müssen dieses Ereignis zum Anlass nehmen, unsere Gesellschaft umzudenken. Wir müssen anfangen zu hinterfragen, wo unsere Kleidung herkommt, unter welchen Umständen sie produziert wird und wer davon profitiert“, sagt Michel Reimon, Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit der Grünen.
Konsumkritik ist bei der Bekämpfung von Menschrechtverletzungen und Umweltausbeutung in der Produktion von Waren aber allein nicht ausreichend. „Es reicht nicht aus, dass Konsument*innen ihr Verhalten ändern, wenn das System selbst auf Ausbeutung aufgebaut ist. Wir brauchen eine starke europäische Lösung, die für hohe einheitliche Standards innerhalb der EU sorgt. Ein europäisches Lieferkettengesetz und eine sozial- und ökologisch-nachhaltige Textilstrategie müssen hier den internationalen Konzernen den Rahmen vorgeben“, betont Reimon und ergänzt: „Die Grünen unterstützen daher auch die zivilgesellschaftliche Kampagne ‚Menschenrechte brauchen Gesetze!‘, die sich für eine verbindliche Regulierung von Unternehmen einsetzt.“ Die entsprechende Petition kann unter [www.menschenrechtebrauchengesetze.at] (http://) unterzeichnet werden.
„Der Rana Plaza-Einsturz zeigte darüber hinaus die Häufigkeit von Diskriminierung von Frauen und Mädchen in der Textilindustrie auf“, erklärt Reimon. Beim Großteil der rund 1.000 Verstorbenen und über 2.000 Verletzten handelte es sich um Frauen. Die geschlechterspezifische Gewalt, denen Frauen sich hier gegenübersehen wurde auch am 5. Jänner diesen Jahres schmerzlich durch den Fall Jeyasri Kathiravel deutlich. Die junge Frau, die in einem Subunternehmen einer großen Textilkette tätig war, soll nach monatelanger Belästigung durch Vorgesetzte getötet worden sein. Aufmerksam auf den Fall machte die Clean Clothes Kampagne ([www.cleanclothes.at] (http://)). „Wir müssen dringend damit beginnen, uns mit der Herkunft unserer Kleidung zu beschäftigen. Vor allem braucht es aber gute europäische Gesetze, welche die Wahrung von Menschenrechten in Lieferketten garantieren“, unterstreicht Reimon.
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