
4. CREATING POSSIBLE – Future :: Health & Science Talk 2021
Vision Brustkrebs 2030
Wien (OTS) – Am 14. Oktober 2021 fand die vierte Ausgabe des CREATING POSSIBLE – Future :: Health & Science Talk mit hochrangigen ExpertInnen in Wien statt. Passend zum „Breast Cancer Awareness Month“, stand der Talk diesmal im Zeichen der Zukunft von Brustkrebs 2030 in Österreich. Das Vorsorgeangebot für Frauen in Österreich ist gut, auch gibt es für das Thema Brustkrebs im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen vergleichsweise hohes Bewusstsein, trotzdem bestehen zahlreiche Notwendigkeiten, um künftig noch mehr Betroffene vor schweren Verläufen zu schützen, so der einhellige Tenor der ExpertInnen.
Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die medizinische Behandlung von Brustkrebs hat sich in den letzten Jahren um zahlreiche innovative Optionen erweitert. Dennoch ist jeder Tag, an dem Brustkrebs früher erkannt wird, für den Therapieerfolg entscheidend. Über die Perspektiven und wie eine „Vision Brustkrebs 2030“ aussehen könnte, darüber referierte Ao.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Marija BALIC, Vizepräsidentin der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) und tätig an der Klinischen Abteilung für Onkologie am LKH Universitätsklinikum Graz, in ihrem Eröffnungsstatement. Sie skizzierte den Status quo beim Brustkrebsscreening und der Versorgung im zeitlichen Verlauf, betonte den hohen Stellenwert von und den vermehrten Bedarf an Onco-Nurses sowie die Notwendigkeit der Einführung von Case Managern, die die direkten AnsprechpartnerInnen für Patientinnen sind und damit eine bestmögliche interdisziplinäre Versorgung und Behandlung gewährleisten können. Das und viele weitere Punkte, die für ein zukunftsfähiges onkologisches Konzept notwendig sind, diskutierten anschließend hochrangige ExpertInnen am Podium.
Der CREATING POSSIBLE – Future :: Health & Science Talk findet jedes Jahr auf Einladung von Gilead Sciences Österreich in Kooperation mit dem US Commercial Service, der Amerikanischen Handelskammer sowie der Wirtschaftskammer Österreich statt.
Die Veranstaltung wurde auch heuer via Live-Stream ausgestrahlt und ist als Nachschau unter: [www.finefacts.at/futuretalk21]
(http://www.finefacts.at/futuretalk21) verfügbar.
Hier ein Auszug an Statements (alphabetische Reihung):
Ao.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Marija BALIC – Vizepräsidentin Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG), Klinische Abteilung für Onkologie, LKH Universitätsklinikum Graz „Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und die zweithäufigste Krebstodesart nach Lungenkrebs. Die medizinische Forschung hat in den vergangenen Jahren zu erfreulichen Entwicklungen bei den Therapieoptionen geführt, damit wird „100% Heilung“ als Vision 2030 immer greifbarer.
Dennoch gibt es weiterhin Nachholbedarf – beispielsweise bei Onco-Nurses – wo es eine personelle Aufstockung und mehr Kompetenzen benötigt – oder bei der Nachsorge sowie onkologischen Rehabilitation – wo die Angebote zahlreicher, niederschwelliger und patientennäher angeboten werden müssen.
Darüber hinaus wäre es essenziell, Informationen über laufende Studien und Indikationen für PatientInnen breit verfügbar zu machen sowie entsprechende Angebote zur Informationsvernetzung aufzubauen.“
Mag.a Meri DISOSKI – Abgeordnete zum Nationalrat, Sprecherin für Frauen und Gleichstellung, Grüner Klub im Parlament
„Die Pandemie hat uns aufgezeigt, was auch in anderen Bereichen der medizinischen Versorgung ein Thema ist: Dort wo es keine Angebote und keine Aufklärung gab, wurde weniger getestet und geimpft mit der Folge von mehr COVID-Infektionen. Daher ist es wichtig, niederschwellige Angebote auch bei Brustkrebs in der Vorsorge aber auch Behandlung und Rehabilitation auszuweiten. Von großer Bedeutung ist hier beispielsweise die Diversität des Gesundheitspersonals, um etwa Mehrsprachigkeit zu gewährleisten. Außerhalb der Versorgungseinrichtungen ist es uns wichtig, in die diversen Communities zu gehen, um dort aufzuklären, wo die Menschen sind.“
Univ.-Prof.in Dr.in Christiane DRUML – Vorsitzende der Bioethikkommission, Bundeskanzleramt, Direktorin des Josephinums & UNESCO Lehrstuhl für Bioethik, Medizinische Universität Wien „Wir können mit Stolz sagen, dass eine Krebserkrankung nicht mehr dieses Ausmaß an Schrecken hat, wie noch vor einigen wenigen Jahren. Das liegt vor allem an den innovativen Therapien und der Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung. Eine Krebserkrankung hat in einigen Indikationsgebieten heute fast den Status einer chronischen Erkrankung, mit der man – je nach Krebsart und Verlauf – gut leben kann. Unser Ziel muss es sein, diesem Weg weiter zu folgen.“
Dr. Amaya ECHEVARRÍA – Geschäftsführerin Gilead Sciences Österreich
„Pionierleistungen in Forschung und Entwicklung sind Grundpfeiler in der Geschichte von GILEAD Sciences. Besonders in der Infektiologie konnte GILEAD Sciences in der Vergangenheit mit HIV und Hepatitis Präparaten großartige Erfolge erzielen.
Großen Wert legt GILEAD Sciences darauf, auch abseits etablierter Therapiebereiche durch innovative Medikamente Mehrwert für PatientInnen zu schaffen.
GILEAD Sciences hat sich gemeinsam mit Wissenschaft, Medizin und Patienten zum Ziel gesetzt mit Innovationen Krebs von einer oft tödlichen Erkrankung zu einer chronischen Erkrankung zu entwickeln ohne das ultimative Ziel der Heilung aus dem Auge zu verlieren.
Beim diesjährigen 4. „CREATING POSSIBLE – Future :: Health & Science Talk“ mit der „Vision Brustkrebs 2030“ wurden Möglichkeiten und Maßnahmen mit PatientInnen, PolitikerInnen und MedizinerInnen diskutiert, die uns, trotz aller Fortschritte im Bereich der Brustkrebsbehandlung, nicht nur diesem Ziel näher bringen, sondern diese auch für alle PatientInnen in Österreich verfügbar machen.“
Univ.-Prof. Dr. Alexander GAIGER – Klinische Abteilung für Hämatologie & Hämostaseologie, Medizinische Universität Wien „Psychoonkologie ist heute ein wichtiger Bestandteil der Onkologie mit dem Ziel körperliche, seelische und soziale Aspekte des Lebens mit einer Krebserkrankung zu unterstützen und dabei PatientInnen, Angehörige und Betreuer mit einzubeziehen. Die bisherigen Forschungsdaten zeigen, dass psychische Faktoren keinen Einfluss auf das Entstehen einer Krebserkrankung haben. Es gibt definitiv keine Krebspersönlichkeit. Wir sehen Tumorerkrankungen als Naturkatastrophen, an denen niemand Schuld hat. Betroffene vollbringen in dieser schwierigen Situation unglaubliche Leistungen. So übertrifft die körperliche Anstrengung einer Tumortherapie die Leistung einer Spitzensportlerin und Olympiasiegerin, allerdings ohne, dass sich unsere PatientInnen darauf vorbereiten konnten. Gerade diese Herausforderungen werden durch die Integration von modernen Telemedizinlösungen wie ESMART in die Routinebetreuung bewältigbar. ESMART entlastet ÄrztInnen und Pflegefachkräfte von administrativen Tätigkeiten und ermöglicht mehr Zeit für die Begegnung zwischen Menschen, ermöglicht eine flächendeckende telemedizinische Unterstützung auch im ländlichen Bereich durch SpezialistInnen wie Onco Nurses, PsychonkologInnen bis hin zur Telerehabilitation ohne lange Anreise und Wartezeit, spart Kosten und stärkt die Patientenautonomie.“
Mario MESQUITA – Chargé d’affaires ad interim, Botschaft der Vereinigten Staaten
„In Amerika wird – wie in Europa auch – der Oktober als „Breast Cancer Awareness Month“ begangen. Auch in Amerika ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Die Todesrate ist in den letzten Jahren jedoch drastisch gesunken. Zum einen durch entsprechende Vorsorgeangebote wie Screenings und andererseits durch den Einsatz von innovativen Therapien. Amerika hat hier massiv in Forschung und Entwicklung investiert – und möchte diesen Weg auch weiter beschreiten.
Als US Commercial Service Austria/US-Embassy ist es uns eine Ehre, Gilead Sciences als amerikanisches, hochinnovatives biopharmazeutisches Unternehmen auch hierzulande dabei zu unterstützen, den visionären Dialog im Gesundheitswesen zu stärken.“
Dipl.Kffr. (FH) Elisabeth PFURTSCHELLER – Abgeordnete zum Nationalrat, Sprecherin für Frauen, Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei
„Aus meiner Sicht funktioniert die Versorgung auch im ländlichen Raum sehr gut. In Tirol gibt es beispielsweise in jedem Bezirk ein Bezirkskrankenhaus mit guter Basisausstattung. Ist es aufgrund der Komplexität der Erkrankung erforderlich, werden Betroffene an ein größeres Zentrum oder die Universitätsklinik weitergereicht. Insgesamt sollte – vor allem im ländlichen Raum – Telemedizin ausgebaut werden, jedoch mit Begleitmaßnahmen im Bereich der Gesundheitskompetenz oder auch „digital literacy“. Hier liegt sehr viel Potenzial noch im Dunkeln.“
Dr.in Tanja SCHNEIDER – Medizinerin, National Representative von Europadonna Österreich; Mitbegründerin der geschlossenen Facebook Gruppe „Brustkrebs“
„Eingangs möchte ich hervorstreichen, dass wir in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern, eine sehr gute Brustkrebsversorgung haben. Diese gilt es in jedem Fall aufrechtzuerhalten.
Es sind leider auch immer mehr jüngere Patientinnen mit der Krankheit konfrontiert. Berufstätig, oft alleinerziehend und mitten im Leben stehend. Vielen Betroffenen fällt es anfangs schwer, sich in dieser plötzlich neuen Welt der Brustkrebsversorgung zurecht zu finden. Betroffene weichen daher oftmals in soziale Netzwerke aus. Wünschenswert wäre die Etablierung von Case Managern, die die Patientinnen durch das „System Brustkrebs“ führen, um damit eine umfassende Versorgung zu gewährleisten.
Auch bei der ambulanten Reha gibt es massiven Nachholbedarf. Die Wartezeiten sind enorm. Es braucht mehr Ressourcen, damit der Prozentsatz an Frauen, die diese Angebote in Anspruch nehmen können, steigt. Auch die Psychoonkologie ist ein sehr wichtiger Bereich. Die Folgen von Brustkrebs zeigen sich oft erst spät. Mit Hilfe der Psychoonkologie könnte es beispielsweise besser gelingen, die Frauen dazu zu motivieren, ihre Therapie fortzuführen. Denn die beste Therapie kann nur helfen, wenn sie auch angewendet wird.“
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