AK Anderl: Arbeitsmarkt in Ordnung bringen muss Priorität eins sein

AK erwartet echte Beteiligung bei Reform der Arbeitslosenversicherung

Wien (OTS) – „Auch die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen, dass der Aufschwung noch lange nicht bei allen angekommen ist“, kommentiert AK Präsidentin Renate Anderl die Oktober-Daten. „Die Bundesregierung muss rasch in die Gänge kommen, die Betriebe müssen ihrer Verantwortung nachkommen.“

„Wir identifizieren weiterhin vor allem drei Gruppen, für die es besondere Maßnahmen braucht: erstens junge Menschen, die gerade in den Arbeitsmarkt eintreten wollen. Unternehmen müssen hier viel mehr in die Pflicht genommen werden, jungen Menschen Chancen zu geben -ohne dass völlig unrealistische Anforderungen an sie gestellt werden. Zweitens macht uns die Beschäftigungsquote bei älteren Personen große Sorgen, auch hier muss sich die Einstellung der Unternehmen gegenüber älteren ArbeitnehmerInnen drastisch ändern. Diskussionen über ein höheres Pensionsantrittsalter sind angesichts dieser Fakten übrigens mehr als absurd. Und drittens ist die Langzeitarbeitslosigkeit immer noch ein großes Problem, denn aus Arbeitslosigkeit, die sich einmal verfestigt hat, kommt man nur ganz schwer wieder heraus, das belegen zahlreiche Studien.“

Die Arbeiterkammer fordert daher, die angekündigte Reform der Arbeitslosenversicherung nun zügig anzugehen. „Wenn die Regierung die anstehenden Probleme unbearbeitet lässt, schlittern wir unweigerlich in eine Armutskrise. Das geht nicht.“ Die AK Präsidentin verlangt auch echte Einbindung in diese Reform: „Wir wollen nicht nur unsere Ideen einbringen, wir wollen beteiligt werden und gemeinsam, als Sozialpartner, in tatsächliche Verhandlungen mit der Bundesregierung eintreten, wie eine moderne Arbeitslosenversicherung aussehen muss, damit sie die Menschen gezielt unterstützen und auch den Bedürfnissen der Betriebe gerecht werden kann.“

Die Arbeiterkammer fordert unter anderem:
+ Das Ziel muss vor allem nachhaltige Vermittlung in gute Beschäftigung sein.
+ Der Schlüssel lautet: mehr Personal im AMS, die Pläne ab 2023 Personal abzubauen müssen sofort verworfen werden.
+ Derzeit kommt eine Beraterin/ein Berater auf mehr als 250 Personen, die bei der Jobsuche Unterstützung brauchen. Arbeitsuchende haben ein Recht auf beste Beratung im Ausmaß von einer Stunde, dafür muss ausreichend Personal vorhanden sein.

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