
VIRUS zu Lobau–Inseratenskandal: Wiener Stadtregierung wärmt Falschinformationen aus Mahnwachezeiten auf
Kein dichter Untergrund – ein Lobautunnelvortrieb müsste in wasserführenden Schichten erfolgen
Wien (OTS) – Heftige Kritik an der Fortführung einer Desinformationskampagne per Inserat durch die Wiener Stadtregierung übt die Umweltorganisation VIRUS. Sprecher Wolfgang Rehm: „ „Schon die bisherigen Inserate zu Lobautunnel, Stadtstraße und Seestadt waren durchgehend irreführend bis falsch. Nun wärmt man sogar 15 Jahre alte Grafiken auf, um fälschlich zu suggerieren, es gäbe einen dichten Untergrund anstelle von durchgehend wasserführenden Schichten und wäre der Grundwasserkörper nicht Teil des Nationalparkes.“
Die nun eingesetzte Grafik entspreche haargenau jenen aus der Inseratenkampagne mit der als Reaktion auf die der ab November 2006 also vor genau 15 Jahren durchgeführten „Mahnwache in der Lobau“ versucht worden sei, die Öffentlichkeit zu überrollen. „Schon damals war das klar unzutreffend, mittlerweile existieren auf weiteren Erkundungen basierende Einreichprojekte. Entgegen der Faktenlage auf dem dichten Untergrund zu beharren ist genauso dreist, wie auf der inexistenten Verkehrsentlastung herumzureiten“, kritisiert Rehm. Tatsächlich gebe es keine Tonschichten sondern eine Abfolge von Schotter, Sand sowie mit Sand vermischte Schlufffraktionen die zwar unterschiedliche Durchlässigkeit aufweisen aber dennoch alle wasserführend sind. „Im Wiener Nationalparkgesetz ist auch der – im Übrigen belebte – Grundwasserkörper geschützt, der angesichts einer Abfolge miteinander kommunizierender Horizonte nicht klar nach unten abgrenzbar ist“, weiß Rehm. Nicht den Gegebenheiten entspreche auch das Darstellungsschema einer waagrechten Tunnelführung mit zwei steilen 45 Grad-Rampen. Tatsächlich erreiche der projektierte Tunnel mit ca. 63 Metern unter der (variablen) Geländeoberkante seinen tiefsten Punkt unter der Donauinsel um dann bis zur Nationalparkgrenze am Groß-Enzersdorfer Arm wieder anzusteigen und dann im Bereich der offenen Tunnelbauweise mit tiefen nationalparknahen Baugruben aus denen Wasser abgepumpt wird wieder den oberflächennahen Schotter zu queren. „Da die Tunnelröhren 15 Meter durchmessen, hätten wir im Nationalparkbereich nicht, wie suggeriert, mehr als 60 Meter Flurabstand sondern reicht dieser im Bereich des bergmännischen Tunnelvortriebs von etwa 43 Metern bis zu nur mehr ca.13-18 Metern im Norden. Die Aussage, der Nationalpark sei nicht berührt, ist also klar falsch“, so Rehm. Ebenfalls in den Symbolgrafiken unterschlagen werde, dass beide Tunnelröhren die Dichtwand mit der die Altlast W12 Öltanklager abgesichert worden sei durchbohren müssten. Dies habe die Stadt Wien auch gegenüber der Donaustädter Bezirksvertretung zu verschleiern versucht, ergebe sich aber klar aus den Projektunterlagen. „ Dass die Stadtverantwortlichen Sima, Ludwig und Czernohorsky, zu setzen, keinen Genierer kennen, mit Steuergeld immer dreister werdende Inseratendesinformation zu verbreiten, anstatt auf ehrlichen Dialog und Diskurs zu setzen, ist eine nicht hinnehmbare Entwicklung,“ so Rehm abschließend.
Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at
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