GPF-Post: Die Postler sind am Limit

Fehlendes Personal geht zu Lasten der Mitarbeiter:innen und der Infrastruktur

Wien (OTS) – Alle Jahre wieder beginnt ab Oktober der Hochbetrieb bei der Österreichischen Post AG. Die Wochen vor Weihnachten stellen die Postler:innen aufgrund der hohen Sendungsmengen vor besondere Herausforderungen. Der erneute Lockdown bringt die Postler:innen auch dieses Jahr an die Grenzen des Machbaren. Die Schließung der Geschäfte führt dazu, dass zusätzlich zum Weihnachtsgeschäft täglich tausende Pakete mehr über den Online-Handel zuzustellen sind.

Anstatt sich für die voraussehbaren Ereignisse zu rüsten, wie das die Gewerkschaft und Personalvertretung in den letzten Monaten immer wieder gefordert hat, hat das Postmanagement ihren Fokus lieber auf die Steigerung des Betriebsergebnisses gelegt. Und das zu Lasten der Mitarbeiter:innen.
Wie in den Medien berichtet, bleibt in einzelnen Bereichen des Landes auf Grund des akuten Personalmangels bereits die Zustellpost liegen. Der Grund dafür ist neben dem fehlenden Personal und der hohen Fluktuation auch ein untaugliches Zustellkonzept, welches trotz massiver Einwände der Personalvertretung im Sommer dieses Jahres umgesetzt wurde.

Seit knapp zwei Jahren arbeiten die Postler:innen am Limit. Diese Dauerbelastung führt zu Erschöpfung mit gesundheitlichen Folgen. Steigende Krankenstände bestätigen die dramatische Entwicklung. Durch Personalausfälle unbesetzte Zustellbezirke müssen von anderen Kolleg:innen zusätzlich miterledigt werden. Vielerorts müssen tagtäglich Überstundenleistungen erbracht werden, weil das notwendige Personal fehlt.

Eine ähnliche Situation herrscht auch in den Postfilialen vor, wo lange Warteschlangen das Bild prägen. Die Schalterbediensteten berichten von permanentem Druck aber auch von sich häufenden verbalen Übergriffen von wütenden Kunden. „Wir brauchen unverzüglich mehr Personal, um eine Entlastung für unsere Postlerinnen und Postler in allen Bereichen der Post zu schaffen“, warnt Richard Köhler, Vorsitzender der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF).

„Die Zusicherungen vom Postvorstand, 1500 zusätzliche Mitarbeiter:innen aufzunehmen und weitere betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation zu schaffen, dürfen keine leeren Versprechung sein. Es muss zu einer Entlastung am Arbeitsplatz in der Zustellung, im Filialnetz, in den Verteilzentren und in der Transportlogistik kommen“, so Köhler, der den Postvorstand in die Pflicht nimmt.

„Unsere Postler:innen machen täglich einen ausgezeichneten Job und arbeiten beinahe täglich bis zu zehn Stunden und mehr in einer absoluten Stresssituation. Es kann nicht sein, dass diese Kolleg:innen für die Versäumnisse des Managements mit ihrer Gesundheit bezahlen. Unsere Aufgabe als Gewerkschaft und Personalvertretung ist es, auf die Gesundheit der Beschäftigten zu achten. Ich fordere umgehend die kontaktlose Zustellung sicherzustellen. Das entspricht auch den Corona-Schutzmaßnahmen, die u.a. eine Beschränkung von Kundenkontakten zum Ziel haben. Wir haben keine Zeit mehr zuzuwarten, das Management hat unverzüglich tätig zu werden!“, so Köhler abschließend.

Richard Köhler
Vorsitzender der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF)
richard.koehler@gpf.at
0664 624 2731

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