ORF-Redakteursrat gegen Einschüchterung durch FPÖ

Gezielte persönliche Diffamierung durch Medienpolitiker geht zu weit

Wien (OTS) – Zur Aussendung des FPÖ-Mediensprechers stellt der ORF-Redakteursrat fest:

Die FPÖ sucht einmal mehr Aufmerksamkeit durch persönliche Angriffe auf Journalist:innen. Der Mediensprecher der Partei wirft der renommierten ZiB-Redakteurin Simone Stribl wörtlich „Regierungshörigkeit“ vor – nur deshalb, weil sie im Pressefoyer nach dem Ministerrat eine Frage an den Innenminister gestellt hat, über den Umgang mit Polizisten, die Sympathien für Verschwörungstheorien und Coronaleugner haben. Der FPÖ-Mediensprecher sieht im Stellen dieser in einer Demokratie völlig legitimen Frage „eine rote Linie überschritten“.

Es ist unser Recht und unsere Pflicht kritische Fragen an Politikerinnen und Politiker zu stellen. Dafür persönlich und öffentlich von einem Oppositionspolitiker angegriffen zu werden, zeigt, welches seltsame Medienverständnis bei der FPÖ herrscht. Offenbar sollen bei Pressekonferenzen nur mehr Fragen gestellt werden, die der FPÖ genehm sind. Wer dagegen verstößt wird – wie unsere Kollegin Simone Stribl – von der FPÖ gezielt eingeschüchtert und ihre Arbeit verunglimpft. Vorwürfe wie „Regierungshörigkeit“ sind absurd und werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Mit der Forderung nach disziplinären Konsequenzen für eine untadelige Journalistin hat der FPÖ-Abgeordnete selbst eine rote Linie überschritten.

Der ORF-Redakteursrat
Dieter Bornemann, Peter Daser, Margit Schuschou

Rückfragehinweis:
Dieter Bornemann, M.A.
Vorsitzender des Redakteursrates
Tel.: 01/87878/12 457

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