
Voglauer/Wiener: Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden ist in Österreich nicht transparent
Grüne: Zentrale Erfassung ist dringend geboten, um Zielerreichung des Green Deal messen zu können
Wien (OTS) – Heute wurde von Global2000 und weiteren NGOs veröffentlicht, auf wessen Betreiben der Agrarminister*innen-Rat den Vorschlag der EU Kommission zu Pestizid- und Düngemittelstatistiken verwässerte. Aus Grüner Sicht ist klar: Es braucht umfassende Transparenz, um die Zielerreichung des Green Deal messen zu können.
„In Österreich wird derzeit nur die verkaufte Menge von Pestiziden transparent erfasst. Das behindert genauere Analysen, etwa für welche Kulturarten Alternativen besonders gefragt sind, oder in welchen Regionen die Artenvielfalt aufgrund von Nährstoffaustrag und Pestizidrückständen stärker gefährdet ist. Daher ist für uns klar, dass auch die Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden zentral erfasst und veröffentlicht werden muss. Regelmäßig fordern wir dahingehend auch das Landwirtschaftsministerium auf, hier endlich in die Gänge zu kommen“, sagt Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.
Der Green Deal der EU setzt das Ziel, die Verwendung und Gefährlichkeit von Pestiziden zu halbieren und die eingesetzte Düngermenge um 20 Prozent zu reduzieren. Der Nährstoffaustrag soll ebenfalls halbiert werden. Im Vorschlag der EU Kommission zu Statistiken des landwirtschaftlichen Inputs und Outputs (SAIO) wäre eine jährliche Berichterstattung anhand tatsächlich ausgebrachter Mengen vorgesehen. Während das EU-Parlament den Vorschlag unterstützt, stellt sich der Rat der Agrarminister*innen gegen dieses neue Level an Transparenz.
„Wir wissen, dass selbst kleine Mengen der hochgiftigen Pestizide, die in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt werden, negative Auswirkungen haben. Nicht nur auf wertvolle Böden, sondern auch auf geerntete Lebensmittel – und damit direkt auf unsere Körper. Deshalb muss genau erfasst werden, was auf den Feldern in der EU verteilt wird. Monitoring auf Betriebsebene ist der Schlüssel zur vollen Transparenz, die wir brauchen, um die Ziele des Green Deals einhalten zu können. Angesichts dessen wundert es mich, dass sich auch Bundesministerin Köstinger daran beteiligt hat, die Vorschläge der Kommission derart zurückzustutzen. Zukunftsweisendes Denken in Sachen Landwirtschaft sieht für mich anders aus“, hält Sarah Wiener, Abgeordnete zum EU-Parlament, fest.
Bereits jetzt müssen landwirtschaftliche Betriebe Aufzeichnungen darüber führen, wann sie welche Pestizide wo ausbringen. Statistisch erfasst wird national hingegen nur die verkaufte Menge an Pestiziden. Dies führt zu einer verwässerten Datengrundlage. „Für die Betriebe wäre es kein Mehraufwand, denn wo sie die Aufzeichnungen führen ist ja unerheblich. Eine Statistik der Ausbringung von Pestiziden und Düngemitteln, differenziert nach Regionen und Kulturen, wäre ein enormer Gewinn für faktenbasierte politische Entscheidungen im Sinne der Umwelt und unser aller Gesundheit“, betont Voglauer.
„Wir Grüne im EU-Parlament werden uns dafür einsetzen, dass eine starke EU-Gesetzgebung entsteht, die auch zweckdienlich ist: Es braucht volle Transparenz beim Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln im Sinne der Öffentlichkeit und des Umweltschutzes. Ebenfalls entscheidend ist das Monitoring: Sowohl die Vorhaben des Green Deal als auch die überarbeitete Richtlinie zur nachhaltigen Nutzung von Pestiziden, die im März von der EU-Kommission veröffentlicht wird, können nur funktionieren, wenn ihre Einhaltung und Wirksamkeit auch ständig überprüft werden“, betont Wiener.
Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6697
presse@gruene.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender