Zum 95. Geburtstag von Hugo Portisch: ORF-III-Schwerpunkt am 19. und 20. Februar

Mit 16 ausgewählten Folgen „Österreich II“, Biografie-Trilogie „Aufregend war es immer“, zwei ORF-III-Neuproduktionen, Sechsstunden-Interview

Wien (OTS) – Mit seinen zeitgeschichtlichen Analysen und Dokumentationen hat Hugo Portisch maßgeblich zu einem differenzierten Selbstverständnis der Zweiten Republik beigetragen. In Leitartikeln, Zeitungsserien, Büchern und nicht zuletzt einer Vielzahl an TV-Produktionen und -Kommentaren im ORF hat der 2021 verstorbene Ausnahmejournalist zeitgeschichtliche Ereignisse sowie Zusammenhänge erklärt und damit Österreich wesentlich geprägt. Anlässlich seines 95. Geburtstags würdigt der ORF Hugo Portisch und sein Werk am 19. und 20. Februar 2022 mit einem zweitägigen Programmschwerpunkt in ORF III, bestehend u. a. aus insgesamt 16 Folgen der epochalen „Österreich II“-Reihe, der Biografie-Trilogie „Hugo Portisch – Aufregend war es immer“, zwei Doku-Neuproduktionen und einem erstmals in voller Länge gezeigten mehr als sechsstündigen Lebensinterview, das anlässlich des 90. Geburtstags von Hugo Portisch 2017 entstand. Außerdem wird ORF III eine im Rahmen der „Langen Nacht der Forschung“ am 20. Mai stattfindende Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien, die dem Erbe Hugo Portischs gewidmet ist, als Medienpartner begleiten.

ORF-Generaldirektor Weißmann: „Damit dieses wertvolle, umfassende Wissen stets präsent bleibt“

„Am 19. Februar wäre Hugo Portisch 95 geworden. In seiner Rolle als unermüdlicher ,Geschichtslehrer der Nation‘ war er eine wichtige Quelle für das Demokratiebewusstsein sowie das Geschichtsverständnis unseres Landes. Wir erinnern an den Weltversteher und Welterklärer, der zu Toleranz und Miteinander mahnte, mit einem umfassenden Schwerpunkt in ORF III – damit dieses wertvolle, umfassende Wissen stets präsent bleibt und nachfolgenden Generationen vermittelt wird“, betont ORF-Generaldirektor Mag. Roland Weißmann.

Samstag, 19. Februar: 7x „Österreich II“, Trilogie „Aufregend war es immer“, Premiere „Hugo Portisch – Eine Journalistenlegende“, sechsstündiges Interview „Hugo Portisch – Mein Leben“

Am 19. Februar zeigt ORF III Kultur und Information ab 10.20 Uhr die ersten fünf Episoden von Hugo Portischs und Sepp Riffs umfassender Dokumentarreihe „Österreich II“. Ab 17.10 Uhr folgen alle drei Teile der Dokutrilogie „Hugo Portisch – Aufregend war es immer“ nach der gleichnamigen Biografie, die 2017 zum 90. Geburtstag entstand.

Im Vorabend ist die ORF-III-Neuproduktion „Hugo Portisch – Eine Journalistenlegende“ (19.55 Uhr) von Sabrina Peer und Ernst Pohn zu sehen, die auf das Wirken des Journalisten zurückblickt, der nicht nur Initiator des Rundfunkvolkbegehrens war, sondern auch als erster die Nachricht des österreichischen Staatsvertrags veröffentlichte. Im Film sagt Altbundespräsident Heinz Fischer: „Er war wie ein Missionar seiner Sache – der historischen Wahrheit und der politischen Zusammenhänge. Das hat ihn begeistert. So ist er mir in Erinnerungen geblieben. Der Portisch in Höchstform war ja Jahrzehnte im Fernsehen und im Radio, so haben ihn auch Millionen Österreicherinnen und Österreicher gekannt und es ist ihm gelungen zu überzeugen. Es ist ihm um die Wahrheit gegangen und dem was dahintersteckt: eine objektive Berichterstattung. Damit hat er auch einen Standard für Hörfunk und Fernsehen geschaffen.“ Der ehemalige Bundeskanzler Franz Vranitzky in der Dokumentation: „Wofür ich Hugo Portisch sehr geschätzt habe, war seine Einstellung bezüglich der Bedeutung weltpolitischer Ereignisse für Österreich. Er hat immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es für ein kleines Land wie Österreich ist, sich nicht von den weltpolitischen Ereignissen abzukoppeln. Diese oft vorherrschende Einstellung ‚Was geht das uns an?‘ hat er zu Recht bekämpft. Denn es gibt eigentlich in der ganzen Welt nichts, was uns nichts angeht.“

Im Hauptabend sendet ORF III „Das Erbe des Krieges“ (20.15 Uhr), die sechste Folge von „Österreich II“ über die Geschichte der Steiermark, die sich am 8. Mai 1945, im Gegensatz zu den anderen Bundesländern Österreichs, immer noch unter NS-Herrschaft befand. Danach folgt Episode sieben über „Die ersten Schritte“ (21.40 Uhr) der österreichischen Regierung in Richtung Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab 23.10 Uhr zeigt ORF III in zwei Teilen schließlich erstmals das mehr als sechsstündige Interview „Hugo Portisch – Mein Leben“, in dem der Ausnahmejournalist gemeinsam mit Wegbegleitern und Kollegen zurückblickt.

20. Februar: 9x „Österreich II“, Premiere „Hugo Portisch – Sein Erbe für Österreich“

Den zweiten Schwerpunkttag zum 95. Geburtstag von Hugo Portisch startet ORF III am 20. Februar ab 11.50 Uhr mit den „Österreich II“-Ausgaben 16 bis 20, die einen historischen Abriss der Nürnberger Prozesse bis zum Korea-Krieg und dessen unmittelbaren Folgen für Österreich liefern. Im Vorabend folgt mit „Hugo Portisch – Sein Erbe für Österreich“ (19.55 Uhr) eine weitere ORF-III-Neuproduktion von Sabrina Peer und Ernst Pohn, die einen Blick auf das Vermächtnis der Journalistenlegende wirft.

Heinz Nußbaumer, Freund und Wegbegleiter, sagt darin: „Bis in die letzten Monate seines Lebens war er voller Neugierde für die aktuellen politischen Ereignisse. Es verging kein Tag, an dem er nicht über seine Ideen und Einschätzungen zu politischen Themen reden und diskutieren wollte. Ich kenne niemanden, der mit einer solchen Leidenschaft den Gang der Welt begleitet hat wie er. Ich bin überzeugt, dass Gesellschaften unserer Zeit Vorbilder brauchen. Hugo Portisch war ein solches Vorbild.“ Historiker Oliver Rathkolb, der mit Portisch an seinen jüngeren TV-Produktionen zusammengearbeitet hat: „Hugo Portisch hat der Geschichte Österreichs immer auch einen Blick von außen hinzugefügt, was extrem wichtig ist. Er hat den Österreichern und Österreicherinnen nicht nur ihre gesamte Geschichte erzählt und diese sehr eindrucksvoll präsentiert, sondern hat diese immer auch in einen internationalen, globalen Kontext eingebunden.“

Im Hauptabend setzt ORF III die „Österreich II“-Reihe mit den Folgen 21 bis 24 (ab 20.15 Uhr) fort, die sich unter dem Titel „Ein Tag wie kein anderer“ der komplexen Geschichte des österreichischen Staatsvertrags widmen – von seinen Ausgangsverhandlungen in Moskau im Jahr 1943 bis zum Abzug der Alliierten 1955. Der Schwerpunkt schließt mit der „Österreich II“-Episode 24 über das „Jahr der Bewährung“ (1.10 Uhr) 1956 – das erste Jahr der vollkommenen Eigenverantwortung Österreichs.

Das ORF.at-Netzwerk würdigt Hugo Portisch im Rahmen der aktuellen Berichterstattung. Die ORF-TVthek stellt Sendungen des TV-Schwerpunkts, für die entsprechende Online-Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream sowie als Video-on-Demand im Rahmen eines Themenpakets zur Verfügung. Der ORF TELETEXT informiert auf seinen Programmseiten (ab Seite 300) über den Schwerpunkt.

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