CEO-Talk: Leadership im digitalen Wandel

Wien (OTS) – Die COVID-19-Pandemie hat in vielen Bereichen des Lebens zu einem enormen Digitalisierungsschub geführt. respACT – Österreichs führende Unternehmensplattform für nachhaltiges Wirtschaften hat Expert*innen zu einem CEO-Talk im virtuellen Raum eingeladen, um Leadership in Zeiten der Digitalisierung zu thematisieren.

Dabei diskutierten Ing. Peter Giffinger, respACT-Präsident und CEO Austria bei Saint-Gobain, Priv.-Doz. Dr. Monika Köppl-Turyna, Direktorin von Eco Austria sowie Marvin Peters, Director Mobile bei Samsung Electronics Austria GmbH darüber, welche Learnings sich aus der Coronakrise für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Österreich ergeben haben und wie diese genutzt werden können, um krisenfest zu wachsen und die Herausforderung der Klimakrise mithilfe digitaler Lösungen zu meistern.

Ing. Peter Giffinger – respACT Präsident und CEO Austria bei Saint-Gobain fordert Politik und Wirtschaft dazu auf endlich Aktionen zu setzen: „Wir können nicht weitermachen wie bisher. Es besteht ein enormer Handlungsbedarf, die erforderliche Transformation der Wirtschaft ohne Wohlstandsverlust für die Menschen umzusetzen. Nachhaltige Ökonomie und wirtschaftlicher Erfolg sehe ich nicht im Widerspruch zueinander, sondern als gemeinsame Chance und Herausforderung.“

Für die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) brauche es die richtigen, branchenspezifischen Rahmenbedingungen, die von der Politik europaweit geschaffen werden, aber auch Unternehmen, die eine Vorreiterrolle übernehmen und andere motivieren, ebenso nachhaltige Konzepte umzusetzen.

Die Direktorin des unabhängigen Instituts für Wirtschaftsforschung Eco Austria, Priv.-Doz. Dr. Monika Köppl-Turyna, warnt davor zu glauben, Österreich wäre eine Insel der Seligen. Tatsächlich sei Österreich stärker vom Klimawandel betroffen als andere Staaten in der EU. Die Ökonomin hat aber auch eine positive Nachricht aus der Forschung parat: „Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle in der Reduktion der CO₂-Emissionen. Weitere Fortschritte im Ausbau der digitalen Infrastruktur würden helfen, die Klimaziele zu erreichen.“ Es gäbe auch schon vielversprechende Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien, wie etwa in der Gesundheits- und Energiebranche oder in der Landwirtschaft. Köppl-Turyna verweist an dieser Stelle auf die Studie „Digitalisierung und Klimawandel“, die Eco Austria im Vorjahr gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung erarbeitet hat.

Doch es gibt auch Vorbehalte: Denn die zunehmende Beliebtheit von Streamingdiensten führe zu einem enormen Energieverbrauch und belaste zudem die Datennetze. Durch die transformationsbedingte gestiegene Nachfrage nach Smartphones, Tablets, Laptops und weiteren digitalen Endgeräten kommt es zu einem hohen Ressourcenverbrauch und einer energieintensiven Produktion, letztendlich auf Kosten der Umwelt in den Herstellungsländern und des gesamten Klimas.

Lernen Unternehmen, mit einer kritischen und differenzierten Herangehensweise digitale Technologien als wesentliche Werkzeuge im Dekarbonisierungsprozess einzusetzen, kann diesem Trend mit gutem Gewissen weiter gefolgt werden. Die Volkswirtin stellt aber auch fest: „Ohne finanzielle Anreize seitens der Politik, die Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften ermutigen, werden Fortschritte zu langsam erzielt. Das beste Instrument dafür ist die CO₂-Bepreisung.“

Marvin Peters, Director Mobile, Samsung Electronics Austria GmbH, hält der Forderung an politische Entscheidungsträger*innen einen Appell für mehr Eigeninitiative entgegen. „Wir sind ein großes Unternehmen. Es lässt mich als Führungskraft allerdings nicht aus der Verantwortung, lokale Initiativen zu setzen. Es braucht Leadership, um Themen wie Recycling und Upcycling in lokalen Märkten zu etablieren und lokale Kund*innen für globale Ziele wie die UN-Nachhaltigkeitsziele zu sensibilisieren.“

Unternehmer*innen sollten Mut zeigen und eigene Schritte setzen, statt auf äußere Impulse zu warten – auch und vor allem im Bereich Nachhaltigkeit. „Die Value Proposition für Nachhaltigkeit ist für uns Teil der Unternehmensphilosophie und des Designs, oder einfach gesagt: Ein Produkt, das seine ökologischen oder sozialen Auswirkungen nicht berücksichtigt, ist einfach kein gut konzipiertes Produkt.“

Unter fachkundiger Moderation von Katharina Moser, Gründerin und Geschäftsführerin von MOSAIK, spannte sich die anschließende Publikumsdiskussion von der schwierigen Balance zwischen Effizienzsteigerung und Überwachung über den Charme der geplanten CO₂-Grenzsteuer bis hin zur Logistikkette im Güterverkehr.

Über die Veranstaltung
Der CEO-Talk ist Teil der [respACT #ThinkTank-Aktivitäten]
(https://www.respact.at/site/de/angeboteleistungen/thinktank)  mit
dem Ziel, Führungskräfte zum Austausch mit Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu bewegen und schließt sich dem respACT-Themenschwerpunkt [„Digitalisierung und Nachhaltigkeit“]
(https://www.respact.at/portal/de/themen/digitalisierung) an.

Über respACT
respACT – austrian business council for sustainable development – ist Österreichs führende Unternehmensplattform zu Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltiger Entwicklung. Der Verein unterstützt seine mehr als 360 Mitgliedsunternehmen dabei, ökologische und soziale Ziele ökonomisch und eigenverantwortlich zu erreichen. Seit 2004 fungiert respACT als Koordinierungsstelle des [Global Compact Netzwerkes Österreich] (https://globalcompact.at/).

Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort unterstützt.

respACT – austrian business council for sustainable development
Mag.a Dr.in Andrea KARNER, MA
Geschäftsfeldleitung Kommunikation & CSR-Tag
kommunikation@respact.at

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