
ÖSTERREICH: Corona-Tests kosteten laut Rauch bisher mehr als 3 Milliarden Euro
Lockerungen im März laut Gesundheitsminister „zu früh und zu umfassend“ – Regierungs-Kommission muss bei Teuerung „gegensteuern“
Wien (OTS) – Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) verteidigt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) die neue Lösung bei den Corona-Tests: „Das war ein Kompromiss. Die Tests haben bislang weit mehr als 3 Milliarden Euro gekostet. Es gab es zwei Lager: Die einen sagen, Tests komplett weg – und auf der anderen Seite wollte man Gratis-Tests unbegrenzt stehenlassen. Was wir jetzt haben ist ein gutes ausgewogenes System: 5 PCR-Tests und 5 Anti-Gen-Tests gibt es weiterhin gratis.“ Er verstehe die Kritik am neuen System und dem Test-Wildwuchs in den Ländern, aber: „Blicken Sie mal über die Grenzen: Wenn man den österreichischen Drang zum Nörgeln weglässt, darf man feststellen: Wir haben nach wie vor eines der besten Testregimes in Europa.“ Das neue Testregime „gilt jetzt bis auf weiteres. Wenn wir in den Herbst hineinkommen und wir mit einer neuen Welle zu rechnen haben – dann haben wir die Voraussetzung, dass wir das System auch von dieser Basis wieder hochfahren können“.
Rauch nimmt auch Stellung zu den Lockerungen ab 5. März und sagt:
„Die waren zu früh und zu umfassend. Man muss aber dazu sagen dass damals auch die Prognosezahlen etwas anders waren. Die Fallzahlen waren am Ende höher und– es war deshalb notwendig, die Maskenpflicht wieder einzuführen.“
Seine Rolle als Gesundheitsminister sieht Rauch so: „Meine Aufgabe ist es. den Fokus auf den Gesundheitsschutz zu legen etwas anderes kann man von einem Gesundheitsminister nicht erwarten. Die Wirtschaft nimmt ungern restriktive Maßnahmen im Kauf, weil sie – und das ist legitim – Umsatzeinbrüche fürchtet. Mein Job ist es, auf die Gesundheit zu achten.“
Rauch sitzt als Sozialminister auch in der Kommission, die die Teuerung beobachtet: „Zunächst geht es mir darum, dort hinzuschauen, wo Menschen mit ohnehin geringen Einkommen von der Teuerung betroffen sind – und auch entsprechend zu agieren. Und eines ist auch klar:
Wo der Markt versagt, muss die Politik eingreifen. Bei den Energiepreisen stelle ich bei manchen Konzernen eine gewisse Goldgräberstimmung fest. Da wird man überlegen müssen wie und wann man konkret gegensteuert.“
ÖSTERREICH, Chefredaktion
(01) 588 11 / 1010
redaktion@oe24.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender