
Gedenken am ehemaligen Appellplatz Gusen
Mit einem Gedenkakt am Vorabend des 77. Jahrestages der Befreiung erinnert die KZ-Gedenkstätte Mauthausen an alle Opfer des Konzentrationslagers Gusen
Wien/Langenstein (OTS) – Am 4. Mai, dem Vorabend des Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager Mauthausen und Gusen, gedenken Vertreter*innen der Opferländer und Opfergruppen, Überlebendenorganisationen und regionale Gedenkinitiativen gemeinsam mit der österreichischen Staatspitze der Toten des Konzentrationslagers Gusen. Im Zentrum steht die Erinnerung an die mehr als 35.000 in Gusen ermordeten Menschen. Rund 70.000 Gefangene aus fast 30 Nationen waren zwischen 1940 und 1945 in diesem Zweiglager des KZ Mauthausen inhaftiert.
Ort des Gedenkakts ist der ehemalige Appellplatz des Konzentrationslagers Gusen. Dieser wurde vor kurzem von der Republik Österreich gemeinsam mit weiteren Grundstücken am ehemaligen Lagergelände angekauft. In den kommenden Jahren sollen diese Grundstücke unter Einbindung von internationalen, nationalen und regionalen Interessensgruppen gestaltet und in die bestehende Gedenkstätte Gusen integriert werden. Aufgrund ihrer Fachexpertise wurde die KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit der Durchführung eines Beteiligungsprozesses für die Erstellung eines Konzepts beauftragt.
Mit dieser Veranstaltung am 4. Mai signalisiert die Bundesregierung, dass die Republik ihrer Verantwortung für ein würdiges Gedenken an das Konzentrationslager Gusen und dessen Opfer nachzukommen bereit ist.
Im Anschluss an den Gedenkakt am ehemaligen Appellplatz wird beim Memorial Gusen in Kooperation mit dem Ars Electronica Center Linz die Licht- und Klanginstallation „#eachnamematters“ gezeigt. Dabei werden die Namen der Opfer des KZ-Systems Mauthausen-Gusen an die Außenmauer des Memorials projiziert und zugleich verlesen. Die Installation wird auch am 5. und 6. Mai jeweils nach Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht zu sehen sein.
Das Konzentrationslager Gusen geriet in Österreich nach 1945 schnell in Vergessenheit. Auf Teilen des ehemaligen Lagergeländes entstand eine Wohnsiedlung, andere wurden gewerblich genutzt. Internationale Überlebendenorganisationen ließen in den 1960er Jahren um den erhalten gebliebenen Krematoriumsofen eine Gedenkstätte errichten. Seit 1997 ist die Republik Österreich für das Memorial Gusen verantwortlich. Die Gedenkstätte soll nun um die neu angekauften Grundstücke, auf denen sich neben dem Appellplatz auch der Schotterbrecher und zwei SS-Verwaltungsgebäude befinden, erweitert werden.
KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Mauthausen Memorial
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