
Einbindung der oö. ASZ in das Pfandrücknahmesystem 2025
Effiziente Abfalltrennung im ASZ
Die Altstoffsammelzentren sind für knapp 1,5 Millionen Oberösterreicher:innen die Einrichtungen für getrenntes Sammeln und Verwerten von Abfällen. Die getrennte und sortenreine Sammlung im ASZ ermöglicht eine hohe stoffliche Verwertung, also ein ideales Recycling. Die erzielten Erlöse fließen in den Ausbau der ASZ-Infrastruktur und entlasten die Abfallgebühren.
Ein wesentlicher Bestandteil der abfallwirtschaftlichen Leistungsangebote in unserem Bundesland ist daher das Netz der 179 Altstoffsammelzentren der Umwelt Profis, das in den letzten Jahren laufend modernisiert wurde und als europaweit vorbildhaft gilt. In einigen Bezirken werden bereits mehr als die Hälfte aller Abfälle aus privaten Haushalten über die ASZ gesammelt. Die landesweit einheitliche Organisation der sortenreinen Sammlung von mehr als 80 Abfallarten bei einer Recyclingquote von über 80 % in Verbindung mit der effizienten Logistik und professionellen Vermarktung gelten als „best practice“ für innovatives und nachhaltiges Ressourcenmanagement.
304 Millionen kg sortenreine Abfälle wurden im vergangenen Jahr in den 179 Altstoffsammelzentren Oberösterreichs gesammelt. Das bedeutet eine Steigerung der Sammelmenge von 2,3 % im Vergleich zu 2020. Das ist ein neuer Allzeitrekord, der zudem widerspiegelt, dass 40 % aller Siedlungsabfälle in den ASZ getrennt erfasst werden, soviel wie in keinem anderen Bundesland. Umgerechnet auf die Bevölkerung hat jeder Oberösterreicher und jede Oberösterreicherin im Jahr 2021 rund 203 kg Abfälle ins ASZ zur Verwertung gebracht. Die hohe Akzeptanz der Altstoffsammelzentren bei der Bevölkerung, belegt durch die steigenden Sammelmengen, ist ein weiterer Indikator für die soziale Relevanz des ASZ-Sammelsystems.
ASZ als Unterstützer beim Pfandrücknahmesystem
Der Beschluss im Nationalrat für das Einwegpfand ist ein wichtiger Schritt in Richtung Umwelt- und Ressourcenschonung. Das Einwegpfand stellt neben der Herstellerverantwortung, überwiegend recyclebare Produkte zu erzeugen und einer nachhaltigen Konsumentenverantwortung, eine wesentliche Säule der Kreislaufwirtschaft dar. Vor allem jener Schritt, die Angebote für Mehrweggetränkeflaschen verpflichtend auszubauen ist ein richtiger, wenn auch die kleinen Flaschen bis 0,5 l noch ausgenommen sind. Die Umsetzung bis zum Jahr 2025 bietet eine ausreichende Vorlaufzeit und gewährt zudem auch größere Planungssicherheit. Zudem sieht die EU-Richtlinie zur Verringerung von Einwegplastik vor, dass in Österreich bis 2029 mindestens 90 % der Kunststoffgetränkeflaschen getrennt gesammelt werden. Derzeit sind es rund 70 %. Damit soll speziell das achtlose Wegwerfen eingedämmt und die Verschmutzung unserer Umwelt reduziert werden.
Eine Analyse der Flurreinigungsaktionen in OÖ im Jahr 2021, die von der pulswerk GmbH durchgeführt wurde, zeigte, dass Getränkeverpackungen den mit Abstand größten Teil der gelitterten Abfälle (achtloses Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen) in Oberösterreich ausmachen (nach Volumen und auch nach Masse). (Quelle:
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/265356.htm)
OÖ. Landesabfallverband Vorsitzender Bgm. Roland Wohlmuth ist überzeugt: „Die Einführung eines Einweggetränkepfandes in Österreich ist eine ganz wesentliche Lösung, um Verschmutzungen in der Natur und Umwelt zu reduzieren. Wir wollen, dass das schädliche Littering, das auch das Funktionieren der Kreislaufwirtschaft stört, der Vergangenheit angehört!“
Eine bequeme Möglichkeit zur Rückgabe bepfandeter Getränkeverpackungen wird als ein zentrales Element eines modernen Einwegpfandsystems gesehen. Die gängigste Form der Rücknahme erfolgt über den Handel. Es sollte aber auch die Möglichkeit der Rückgabe über Pfandautomaten bei dezentralen Rückgabestellen wie etwa in Altstoffsammelzentren ins Auge gefasst werden. Nur so kann eine ganzheitliche Lösung geschaffen werden und kleine Geschäfte und Greissler, wie beispielsweise Bäckereien, Metzgereien oder Tankstellen, in den Städten und ländlich strukturierten Regionen würden mit eingebunden werden. Aus diesem Grund wurde von der kommunalen Abfallwirtschaft eine Pfandstudie bei der BOKU Wien in Auftrag gegeben, deren Ziel es war, die Einbindung von oö. Altstoffsammelzentren als Rücknahmestellen für Getränkegebinde zu eruieren. Dabei zeigte sich, dass bei dem dichten Netz an ASZ in OÖ gewisse Altstoffsammelzentren unter bestimmten Voraussetzungen als Pfandrücknahmestelle durchaus in Frage kommen. Auch bei einem möglichen Weg über eine digitale Entwertung („Entpfandung“) der Getränkeverpackungen könnten die ASZ eingebunden werden. Aus Sicht der OÖ Umwelt Profis ist die Einbindung der Altstoffsammelzentren in das Pfandrücknahmesystem ein essenzieller Aspekt, zumal deren Rolle als Nahentsorger weiterhin gestärkt und weitergeführt werden soll.
Dieses Ansinnen wird auch von sämtlichen Gemeinden und Städten mitgetragen und wurde im Zuge einer Petition an das Umweltministerium herangetragen. Trotz fehlender Einbindung in diesbezügliche Gespräche beim Ministerium, hat diese Petition Gehör gefunden und wir begrüßen den laufenden Infoaustausch. Die geplante finanzielle Unterstützung des Ministeriums in Höhe von 110 Mio. Euro für den Umstieg auf Mehrwegflaschen und Einwegpfand auf Plastikflaschen und Dosen und den damit verbundenen Ankauf von Rücknahmeautomaten bzw. Rücknahmestellen sollte daher nicht nur dem Lebensmitteleinzelhandel, sondern allen Dienstleistern angeboten werden. Eine Lösung über Pfandautomaten in den Altstoffsammelzentren würde somit auch Vorteile für kleine Greissler und Geschäfte mit sich bringen.
„Wir möchten daher entsprechende Rücknahmestellen in den Altstoffsammelzentren, speziell in ländlichen Regionen, anbieten. Denn gerade der ländliche Raum, sowie die kleinen Greissler und Geschäfte brauchen eine vor Ort Lösung für die Rückgabe der Pfandbehältnisse“, so Johann Hingsamer, Präsident OÖ Gemeindebund.
OÖ. Landesabfallverband
Sabine Kern, BSc
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