Fahrzeughändler warnen: Existenzbedrohende Situation im österreichischen Neuwagenhandel

WKÖ-Edelsbrunner fordert Maßnahmen, um Insolvenzen und Arbeitslosigkeit abzuwenden

Wien (OTS) – Der österreichische Fahrzeughandel schlägt Alarm: „Durch die nachhaltig mangelnde Belieferung von Neuwagen drohen wir noch heuer auf eine existenzbedrohende Situation vieler Betriebe zuzusteuern“, warnt Klaus Edelsbrunner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Insolvenzen und dadurch massive Arbeitslosigkeit wären die Folgen.

So ist der Markt von Jänner bis Mai ist um mehr als 20 Prozent eingebrochen – und dies im Vergleich zu dem bereits sehr schlechten Jahr 2021. „In den kommenden Monaten wird sich diese Situation noch weiter verschärfen“, fürchtet Edelsbrunner.

Die Gründe für die Lieferprobleme sind vielfältig und haben ihren Ursprung in der COVID-19 Pandemie. Sie lauten Halbleitermangel, Rohstoffmangel sowie unterbrochene Lieferketten und werden durch den erneuten Pandemieausbruch in Asien sowie den Krieg in der Ukraine zusätzlich angeheizt.

„Bei einem mittelgroßen Händler bedeutet der Ausfall von 300 Neuwagen einen durchschnittlichen Fehlbetrag von € 450.000,- , um seine Kosten zu decken“, rechnet auch Stefan Hutschinski, der Sprecher des Fahrzeugeinzelhandels, vor. Speziell die Personalkosten fallen stark ins Gewicht und können nicht mehr durch Kurzarbeit kompensiert werden. Dies auch deshalb, weil der Beratungs- und Betreuungsaufwand vor Ort, bedingt durch Erklärungen bzw. Abänderungen der verzögerten Bestellungen, massiv gestiegen ist.

Durch die derzeitigen Gewinnmeldungen bei den Herstellern und den Umstand, dass der Fahrzeughandel bisher ohne große Schäden durch die Pandemie gekommen ist, werde die Situation derzeit von der Öffentlichkeit und der Politik nicht ausreichend ernst genommen, kritisiert das Bundesgremium. „So wie einige Branchen eben während der Pandemie direkt und sehr heftig betroffen (Gastro, Tourismus) waren, trifft dies nun zeitversetzt auf den Fahrzeughandel zu. Deshalb besteht eine erhöhte Gefahr für Kündigungen und Insolvenzen“, warnt Edelsbrunner und fordert entsprechende Maßnahmen, um Insolvenzen und Arbeitslosigkeit abzuwenden.(PWK272/DFS)

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