Volkshilfe-Fenninger: Jeden Tag 50 Kinder mehr von Armut betroffen

Volkshilfe startet Ö-Tour gegen Kinderarmut & fordert Kindergrundsicherung

Wien (OTS) – Bereits im Vorjahr waren 368.000 Kinder und Jugendliche in Österreich von Armut und Ausgrenzung betroffen. Ein Zuwachs von 18.000 Kindern, das sind im Schnitt gerechnet rund 50 Kinder pro Tag mehr. Die Teuerung bedroht die Existenz dieser Familien noch stärker. Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger fordert daher jetzt mehr denn je die Einführung einer Kindergrundsicherung. Ab 27. Juni macht er zwei Wochen lang mit einer Österreich-Tour gegen Kinderarmut mobil.

Petitionsmarathon gegen Kinderarmut

Auf einer zweiwöchigen Tour durch ganz Österreich macht die Volkshilfe gegen Kinderarmut mobil und sammelt Unterschriften für die Einführung der Kindergrundsicherung. Eine Kindergrundsicherung ist eine automatische Unterstützung für alle Kinder, die nach Einkommen gestaffelt wird. Kinder aus armen Familien erhalten also entsprechend mehr monatliche Unterstützung, um ihre Bedürfnisse in den Bereichen Essen, Wohnen, Kleidung, Gesundheit, Bildung und soziale Teilhabe decken zu können. Gleiche Chancen für alle Kinder und ein Ende der Kinderarmut in Österreich sind das Ziel.

Wenn das Geld zum Essen nicht mehr reicht

Warum die Kindergrundsicherung jetzt besonders wichtig wäre, zeigt ein Blick auf den AK Preismonitor. Am Ende des Monats gibt es bei armutsbetroffenen Familien oft nur Butternudeln. Früher günstig, kosten Penne-Nudeln aktuell um 79% mehr als im Vorjahr, Butter um 31%. Grundnahrungsmittel wie Milch und Obst sind um 7% teurer geworden, Brot um 8%. Wer ohnehin die Hälfte des Einkommens für Lebensmittel, Wohnen und Energie ausgeben muss, den treffen diese Preissteigerungen ungleich mehr.

Und nicht alle Entlastungen der Regierung kommen dort an, wo sie am meisten gebraucht werden. Die geplante Abschaffung der Kalten Progression bringt dem obersten Fünftel sieben Mal so viel gesparte Euro, wie dem untersten. „Eine verkehrte und fatale Logik.“, kritisiert Fenninger. Ähnlich steht es beim Familienbonus, von dem auch besserverdienende Familien mehr profitieren.

Die Valorisierung der Familienbeihilfe kommt erst nächstes Jahr und ist damit ebenfalls keine Maßnahme gegen die aktuelle Teuerungswelle. Und obwohl Arbeitslose besonders stark von der Teuerung betroffen sind, schließt die Regierung die Erhöhung des Arbeitslosengelds und die Valorisierung der Notstandshilfe bzw. den Familienzuschlag zum Arbeitslosengeld von der Valorisierung der Sozialleistungen aus.

„Die Mehrausgaben für eine Kindergrundsicherung würden bei rund 2 Milliarden Euro pro Jahr liegen. Bei einem versprochenen Antiteuerungspaket von 28 Milliarden bis 2026, sollten wir über diese Investition in die Zukunft, in der Einkommen gleicher verteilt wären und die Kinderarmut um zwei Drittel verringert wäre, keine Sekunde nachdenken. Stellen wir uns einmal folgende plakative Rechnung vor:
Statt Steuergeschenken für die Reichen könnte man jetzt geborenen Kindern 14 Jahre lang eine Kindheit ohne finanzielle Sorgen schenken.“, so Fenninger abschließend.

Die Termine der Österreich-Tour:

* Mo, 27. Juni | Salzburg | 16-18 Uhr, Europark

* Di, 28. Juni | Burgenland | 16-18 Uhr, Einkaufszentrum
Oberwart

* Mi, 29. Juni | Wien | 4Gamechangers Festival Wien

* Do, 30. Juni | Niederösterreich | 16-18 Uhr, Wiener Neustadt, Fischapark

* Fr, 1. Juli | Oberösterreich | 15 Uhr, Tabak-Fabrik

* Mo, 4. Juli | Steiermark | 16-18 Uhr, Graz, Südtiroler Platz

* Di, 5. Juli | Kärnten | 14-18 Uhr, Strandbad Klagenfurt

* Mi, 6. Juli | Tirol | 14-18 Uhr, Annasäule, Innsbruck

* Do, 7. Juli | Vorarlberg | 16-18 Uhr, Feldkirch, Katzenturm

Die Petition für die Einführung einer Kindergrundsicherung in Österreich kann hier unterzeichnet werden:
[www.kinderarmut-abschaffen.at/petition]
(http://www.kinderarmut-abschaffen.at/petition)

Ruth Schink
+43 (0) 676 83 402 222
ruth.schink@volkshilfe.at
www.volkshilfe.at

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