
SOS Mitmensch: Integrationsbericht macht niedrige Einbürgerungsrate zum Thema
Expert*innen liefern neuen Stoff für Staatsbürgerschaftsdebatte
Wien (OTS) – SOS Mitmensch begrüßt die Stellungnahme des Expert*innenrats für Integration zum Handlungsbedarf in Sachen Staatsbürgerschaftserwerb. Im heute veröffentlichten Integrationsbericht werde die im europäischen Vergleich extrem niedrige Einbürgerungsrate angesprochen und in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Situation hier geborener und hier aufgewachsener Personen hingewiesen, berichtet die Menschenrechtsorganisation.
„Endlich gibt es klare Worte des Integrationsrats von Ministerin Susanne Raab zur Nichteinbürgerungspolitik der Bundesregierung. Es wird angeregt, Maßnahmen zu ergreifen, die die Einbürgerungsrate bei dauerhaft ansässigen Personen erhöhen, ganz besonders bei Hiergeborenen. Jetzt gilt es vom Reden ins Tun zu kommen“, greift Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, den Ball der Integrationsexpert*innen auf.
In seinem aktuellen Bericht hält der Expertenrat für Integration fest, dass angesichts einer Einbürgerungsrate von nur 0,6 bis 0,7 Prozent in den vergangenen Jahren „zu überlegen ist, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Einbürgerungsrate unter jenem Teil der Zugewanderten zu erhöhen, deren Lebensmittelpunkt lange Zeit oder auf Dauer in Österreich liegt“. Laut dem Expert*innengremium von Integrationsministerin Raab gelte dies „in noch stärkerem Maße für die ca. 251.000 im Inland geborenen und aufgewachsenen Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft“.
SOS Mitmensch warnt bereits seit längerem vor den negativen Folgen des Ausschlusses hier geborener und hier aufgewachsener junger Menschen von der österreichischen Staatsbürgerschaft. „Österreich ist Schlusslicht in Europa, was den Zugang zur Staatsbürgerschaft betrifft. Jeden Tag kommen weitere 48 Kinder hier zur Welt, die vom Staat zu „Fremden“ erklärt werden. Konkrete Maßnahmen zur Beendigung dieser Ausgrenzung würden unsere Demokratie und das Zusammenleben stärken“, fordert SOS Mitmensch-Sprecher Pollak die Bundesregierung auf, der Stellungnahme des Expert*innenrats Taten folgen zu lassen.
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