
„Der Fall Borgia“: „kreuz und quer“ liefert umfassende Analyse der Politik von Papst Alexander VI.
Am 2. August um 22.35 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) – Inzest, sexuelle Ausschweifungen, Korruption und Brudermord – es gibt kaum eine Todsünde, die dem Borgia-Clan nicht nachgesagt wird. Allen voran Rodrigo Borgia, dem adligen Emporkömmling aus Spanien, dem es 1492 unter dubiosen Umständen gelingt, als Alexander VI. den Papstthron zu besteigen. Der frisch gewählte Kirchenfürst entpuppt sich bald als rücksichtsloser Despot, der nur seine eigenen Interessen verfolgt und vor nichts zurückschreckt, wenn es darum geht, seine Macht zu erhalten und auszubauen. Schnell wird Alexander VI. vom alteingesessenen Adel Italiens gehasst und seine Machenschaften werden verteufelt. Doch wer ist dieser Mann? Ein skrupelloser Aufsteiger? Der Kopf einer machtgierigen Mafia, der alles daransetzt, seine Familien in Italien zu installieren? Geistlicher oder Gesetzloser? Die Überlieferungen zeichnen ein diabolisches Bild von Alexander VI. alias Rodrigo Borgia. Aber was ist dran an diesen Gerüchten und wie sind sie zu bewerten? Die „kreuz und quer“-Dokumentation „Der Fall Borgia“ von Thomas Palzer und Su Turhan begibt sich am Dienstag, dem 2. August 2022, um 22.35 Uhr in ORF 2 auf Spurensuche und begegnet einer Persönlichkeit, die zwischen eiskaltem Kirchenpolitiker und sinnlichem Familienmensch oszilliert.
Alexander VI. lebt in Rom weniger das Leben eines Papstes als das eines feudalen Renaissance-Herrschers. Er hält sich mehrere Mätressen und zeugt mindestens sechs uneheliche Kinder, zu denen er sich unverhohlen bekennt und die er geschickt und bedenkenlos in seine politischen Machenschaften verstrickt. Seine Tochter Lucrezia zwingt er drei Mal in die Ehe; die Wahl ihrer Männer erfolgt unübersehbar mit politischem Kalkül. Seine Söhne Juan und Cesare bekleidet der Kirchenfürst mit hohen Ämtern und Würden. Cesare ernennt er mit 18 Jahren zum Kardinal, Juan wird Oberbefehlshaber der päpstlichen Armee, militärische Misserfolge ändern daran nichts. Darüber hinaus deckt Alexander VI. die Straftaten seiner Kinder und sieht auch über eigene Fehltritte geflissentlich hinweg. Sein Ziel ist es, ein machtvolles, geheimbundähnliches Familienunternehmen zu installieren.
Trinkgelage und Sex-Orgien, Günstlingswirtschaft, Grausamkeiten – die Liste der Verfehlungen des Dieners Gottes sind lang. Zeitgenossen wie Girolamo Savonarola prangern Papst Alexander VI. infolgedessen immer wieder wegen seiner Sittenlosigkeit öffentlich an. Gleichzeitig dienen der Papst und sein Sohn Cesare dem Staatsphilosophen Niccoló Machiavelli als Vorbild für sein weltberühmtes Traktat „Il Principe“ („Der Fürst“).
Bis heute polarisiert Papst Alexander VI. und zweifelhafte Überlieferungen erschweren ein klares Urteil über seine Person. Wer war er wirklich, dieser Papst? Was ist Mythos, was Wirklichkeit im „Fall Borgia“? Die Dokumentation ergänzt die mehrteilige Borgia-Saga und erzählt die Geschichte von Alexander VI. und seiner Familie. Experten wie Helmut Markwort, Marina Münkler und Uwe Neumahr liefern umfassende Analysen über die Politik des Papstes und bringen Licht in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte.
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