Affenpocken/MPX: Weitere Lieferung von Impfstoff noch diese Woche

Gesundheitsministerium setzt auf Information – Bereits umfassende Maßnahmen gesetzt – Impfung gemäß Impfempfehlung angelaufen

Wien (OTS) – Österreich erwartet noch in dieser Woche eine zweite Lieferung des Impfstoffs gegen die Affenpocken (Monkeypox, MPX). Damit können Kontaktpersonen von direkt Betroffenen und Beschäftigte in spezialisierten Laboren bereits geimpft werden. Bemühungen zur Beschaffung von zusätzlichem Impfstoff laufen ebenfalls bereits. Parallel intensiviert das Gesundheitsministerium die Information für Risikogruppen – derzeit sind das vor allem Personen mit häufig wechselnden sexuellen Kontakten. Aktuell sind in Österreich 132 Personen mit Affenpocken erkrankt, im internationalen Vergleich ein relativ niedriges Niveau. Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Österreich seit Mai umgesetzt. ****

Schon seit dem Auftreten der ersten Affenpockenfälle in Europa steht das Gesundheitsministerium in einem engen Austausch mit den internationalen Gesundheitsbehörden und den Bundesländern. So konnten rasch organisatorische Maßnahmen gesetzt werden, um die Krankheit einzudämmen. Seit Mai besteht für die Erkrankung eine Meldepflicht, bei gemeldeten Fällen werden Kontaktpersonen erhoben. Zusätzlich wurden Informationen für Ärzt:innen sowie für Organisator:innen und Besucher:innen von Großveranstaltungen bereitgestellt.

Das Nationale Impfgremium (NIG) hat eine Impfempfehlung zu Affenpocken ausgesprochen. Über das europäische Kontingent wurden nun 2.300 Dosen des Impfstoffes Jynneos nach Österreich geliefert, die ersten Impfungen haben auch bereits stattgefunden. Geimpft werden derzeit primär Personen, die engen körperlichen Kontakt mit einer an Affenpocken erkrankten Person hatten sowie spezielles Laborpersonal, das mit Affenpocken-Viren arbeitet und somit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist.

Der Impfstoff gegen den Affenpockenvirus am globalen Markt ist aktuell knapp. Das Gesundheitsministerium hat sich für eine solidarische und gemeinsame Beschaffung auf EU-Ebene entschieden. Diese gewährleistet, dass alle Mitgliedstaaten abhängig der epidemiologischen Lage einen fairen Zugang zu Impfstoff erhalten. Das Gesundheitsministerium und die Europäischen Behörden arbeiten laufend und intensiv daran, möglichst schnell zusätzliche Impfstoffmengen zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Lieferung von wiederum 2.000 Impfdosen wird noch in dieser Woche in Österreich erwartet. Die Durchführung der Impfung wird von den Bundesländern organisiert.

Im Vergleich zu anderen Staaten ist die Anzahl an bestätigten Affenpockenfällen hierzulande noch auf einem niedrigen Niveau. Laut Angaben der WHO sind hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – Männer, die Sex mit Männern haben, betroffen. Um ein Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung zu schaffen, steht das Gesundheitsministerium in einem direkten und konstruktiven Austausch mit Stakeholdern wie beispielsweise HOSI und die Österreichischen Aidshilfen. Erst vergangene Woche haben zwei Runde Tische mit den Interessensvertretungen sowie Behandler:innen stattgefunden. Weitere Informationsmaßnahmen – unter anderem verstärkt an den niedergelassenen Bereich – über die Möglichkeiten zur Prävention, Behandlung und Impfung sind in Vorbereitung.

„Wir wissen, dass in Österreich aktuell nur Männer von Affenpocken betroffen sind. Einer Stigmatisierung von homosexuellen Männern müssen wir unbedingt aktiv entgegenwirken. Denn das Virus unterscheidet nicht aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung einer Person. Vielmehr müssen wir auf Aufklärung setzen, Betroffenen zur Seite stehen und gemeinsam eine weitere Verbreitung des Virus verhindern. Wir stehen dazu in einem guten direkten Austausch mit der LGBTIQ+-Community und tun alles, um hier ein Bewusstsein für die Gefahr durch Affenpocken zu schaffen. Ich ersuche Männer, die häufig wechselnde männliche Sexualpartner haben, zu einer besonderen Vorsicht! Informieren Sie sich, wie man sich gegen Affenpocken schützen kann und informieren Sie auch Ihren Bekanntenkreis. Mit dem vorhandenen Impfstoff können wir aktuell jene impfen, die aufgrund eines direkten Kontakts mit dem Virus besonders gefährdet sind. Wir setzen uns gleichzeitig intensiv dafür ein, bald mehr Impfstoff in Österreich zur Verfügung zu haben.“ betont Gesundheitsminister Johannes Rauch.

Bei Symptomen empfehlen die Gesundheitsbehörden, sich rasch mit einem bzw. einer Dermatologen bzw. Dermatologin oder dem bzw. der behandelnden Arzt bzw. Ärztin für eine weitere Abklärung in Verbindung setzen. Telefonisch steht hierfür auch die allgemeine Gesundheitshotline 1450 zur Verfügung. Informationen über das Affenpocken-Virus und wie man sich davor schützen kann, stehen auch online zur Verfügung unter:
[https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Kra
nkheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Humane-Affenpocken.html]
(https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Kra
nkheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Humane-Affenpocken.html)

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