Alpentransit: Ja zur LKW-Mauterhöhung– aber mit zusätzlichen Begleitmaßnahmen zur Verkehrsverlagerung

CIPRA Österreich, Deutschland, Italien und Südtirol unterstützen die Forderung von Bayern, Tirol und Südtirol an die EU-Kommission und Verkehrsminister:innen.

Die Alpen nehmen eine zentrale Rolle im transeuropäischen Verkehrsnetz ein. Dies führt zu erheblichen Belastungen für die Bevölkerung und Umwelt im Alpenraum. Die CIPRA setzt sich seit Jahrzenten für entsprechende Maßnahmen zur Verminderung dieser Verkehrsbelastungen ein, zum Beispiel mit der Forderung nach einer erhöhten Maut für Alpentransitrouten. „Kilometerlange Staus und die Notwendigkeit einer Blockabfertigung zeigen, dass der alpenquerende Güter- und Personenverkehr auf der Straße an seine Grenzen stößt. Es ist höchste Zeit, entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Straßenverkehrs und zur verstärkten Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene umzusetzen und die sensiblen Alpenräume besser zu schützen“, sagt _PAUL KUNCIO_, Geschäftsführer von CIPRA Österreich. 

TRANSITBELASTUNG IN SENSIBLEN ÖKOSYSTEMEN: VERMEIDUNG UND VERLAGERUNG

Zum Schutz der ansässigen Bevölkerung und der besonders sensiblen Ökosysteme im Alpenraum ist die gemeinsame Erhöhung der Maut am Brennerkorridor durch Deutschland, Italien und Österreich ein erster wichtiger Schritt, um die Schiene konkurrenzfähiger zu machen und Umwegverkehr zu vermeiden. _MADELEINE ROHRER_, Geschäftsführerin von CIPRA Südtirol, ist sich jedoch sicher: „Die im Rahmen der Eurovignette Directive (EU-Wegekostenrichtlinie) zulässige Mauterhöhung wird für eine reale Verkehrsentlastung nicht ausreichen. Es muss weniger transportiert und die Bahn besser ausgelastet werden, so wie es das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention verlangt.“ Die Verhandlungen zur Eurovignette Directive haben aber gezeigt, dass die Alpenstaaten keine gemeinsame Verkehrspolitik im Sinne der Alpenkonvention verfolgen. „Selbst bei Erhöhung der Korridormaut für den Brenner, wird aufgrund der immensen Begünstigung für Wasserstoff- und Batterie-LKWs der tatsächliche Lenkungseffekt verloren gehen. Diese LKWs dürfen nahezu kostenlos über den Brenner fahren, sorgen aber für denselben Stau und gesundheitliche Belastung durch Reifenabrieb“, warnt _UWE ROTH_, Geschäftsführer von CIPRA Deutschland.
„Sicherlich kann ein emissonsarmer/-freier Güter- und Personenverkehr auf der Straße zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Die Überlastung der Alpentransitrouten, sowie die Belastung durch Lärm und Feinstaub bleiben aber bestehen. Dies gilt insbesondere angesichts aktuell anstehender Sanierungsprojekte am Brenner, die den Flaschenhals noch enger werden lassen“ ergänzt Francesco Pastorelli, Geschäftsführer von CIPRA Italien.

Mag. Paul Kuncio
Geschäftsführer CIPRA Österreich
Tel. +43 (0) 1 401 13 32
oesterreich@cipra.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender