
Plan International stellt Welt-Mädchenbericht 2022 vor: Mädchen fordern mehr Chancen in der Politik!
Kinderrechtsorganisation befragt 29.000 Mädchen in 29 Ländern
In Österreich herrscht eine große Lücke zwischen der Bedeutung, die politischem Engagement zugeschrieben wird, und dem Wunsch, selbst in der Politik aktiv zu sein. Das zeigt der aktuelle Welt-Mädchenbericht „Equal Power Now“, für den 29.000 Mädchen und junge Frauen in 29 Ländern zu politischer Teilhabe befragt wurden – darunter auch 1.000 Teilnehmerinnen aus Österreich.
96% der Befragten in Österreich halten es für wichtig, sich politisch zu engagieren. Es können sich aber nur 12 Prozent vorstellen, tatsächlich selbst Politikerin zu werden. DAMIT LIEGT ÖSTERREICH UNTER DEM INTERNATIONALEN DURCHSCHNITT DER AKTUELLEN BEFRAGUNG von Plan International, die sich mit der Frage beschäftigt, welche Möglichkeiten der politischen Teilhabe Mädchen und junge Frauen weltweit haben.
96% der befragten Österreicherinnen glauben zwar, dass Frauen qualifiziert sind, politisch aktiv zu werden, jedoch sind nur 50% der Ansicht, dass Frauen in führenden politischen Positionen akzeptiert werden. Weltweit haben 20% der befragten Mädchen und jungen Frauen angegeben, Regierungschefin auf Länder- bzw. Regionalebene werden zu wollen, in Österreich dagegen sind es nur 7%.
Der Grund für diese ernüchternden Zahlen ist das Fehlen von Vorbildern in der Politik, so die Befragten.
41% der österreichischen Studienteilnehmerinnen fühlten sich wegen der Amtshandlungen von Politiker:innen traurig und depressiv gestimmt. In Österreich gaben 44% als größte Herausforderung den Mangel an Politiker:innen, die Engagement anregen an. 33% gaben an sich von Politiker:innen nicht gehört zu fühlen – 32% haben außerdem das Gefühl, dass die Politik nicht offen für die Beteiligung von Mädchen und Frauen ist.
Der Bericht zeigt auch, dass sich Mädchen und junge Frauen von Politiker:innen nicht ausreichend repräsentiert fühlen. NUR SIEBEN PROZENT DER BEFRAGTEN IN ÖSTERREICH GEBEN AN, DASS SIE ZUFRIEDEN MIT DEN POLITISCHEN ENTSCHEIDUNGEN ZU THEMEN SIND, die sie bewegen. Das sind vor allem Konflikte und Frieden, Gewalt in der Gemeinschaft und Kriminalität, Umweltverschmutzung und Klimawandel. 57%, ALSO MEHR ALS DIE HÄLFTE ALLER BEFRAGTEN IN ÖSTERREICH, GIBT AN, DAS VERTRAUEN IN POLITIKER:INNEN VERLOREN ZU HABEN. Offenbar führt das nicht nur zu einer geringen politischen Beteiligungsquote, sondern auch zu einer Abkehr von der Politik bei denjenigen, die sich engagieren. Jede fünfte Österreicherin gibt an, dass sie aufgehört habe, sich politisch zu engagieren. Global ist es sogar bereits jede Dritte.
PLAN INTERNATIONAL FORDERT daher politische Entscheidungsträger:innen auf, deren Beteiligung sehr viel stärker voranzutreiben: „ES IST UNUMGÄNGLICH, DASS DIE STIMMEN VON MÄDCHEN UND JUNGEN FRAUEN IN IHRER GANZEN VIELFALT GEHÖRT WERDEN, DENN SIE WISSEN SELBST AM BESTEN, WAS SIE BRAUCHEN. SIE HABEN DIESELBEN GRUNDRECHTE, SIND WICHTIG FÜR DIE GESTALTUNG DER POLITIK UND DER ENTSCHEIDUNGEN, DIE IHR LEBEN BESTIMMEN. DAMIT SIND SIE ESSENZIELL FÜR DIE VERWIRKLICHUNG DER GLEICHSTELLUNG DER GESCHLECHTER.“
So sagen etwa zwei Drittel der Befragten global, dass Frauen in die Politik gehen sollten, um die Situation von Mädchen und Frauen zu verbessern.
DIE ZUSAMMENFASSUNG DES WELT-MÄDCHENBERICHTS „EQUAL POWER NOW“ MIT DEN WICHTIGSTEN ERGEBNISSEN, SOWIE DIE GESAMTE STUDIE FINDEN SIE UNTER WWW.PLAN-INTERNATIONAL.AT/WMT
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Mag. Claudia Neuhüttler, MSc
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