Johannes Zeiler als „Oscar Straus – Der Mann ohne Grenzen“: Thomas Machos Filmporträt des Komponisten zu Allerheiligen in ORF 2

In der Feiertags-„matinee“ am 1. November um 9.50 Uhr

Wien (OTS) – Der 1870 geborene Komponist Oscar Straus, Spross einer wohlhabenden jüdischen Wiener Familie, galt als musikalischer Erbe von Jacques Offenbach, wurde als neuer „Walzerkönig“ angesehen, war international höchst erfolgreich – und ist heute doch ein wenig in Vergessenheit geraten. Regisseur Thomas Macho erweckt die Künstlerpersönlichkeit in seinem jüngsten Dokumentarfilm „Oscar Straus – Der Mann ohne Grenzen“, die in der Feiertags-„matinee“ zu Allerheiligen, am Dienstag, dem 1. November 2022, um 9.50 Uhr in ORF 2 ihre TV-Premiere hat, auf außergewöhnliche Weise wieder zum Leben. Film- und Bühnenschauspieler Johannes Zeiler, dem breiten Publikum u. a. aus der ORF-Serie „CopStories“ ein Begriff, schlüpft in die Rolle von Oscar Straus, dessen im Film zu hörende Stimme kommt vom Original: Ein Radiointerview aus dem Jahr 1953, in dem der damals 83-jährige Straus kurz vor seinem Tod in launigem Wiener Tonfall aus seinem Leben erzählte, wird dank Zeilers Schauspielkunst und ein wenig Computertechnik in die Gegenwart überführt.

Macho: „Man sieht Johannes Zeiler 2022 – und hört Oscar Straus 1953“; Synchronschnitt Thomas Rabitsch

Bei seinen Recherchen nach Archivmaterial war Filmemacher Thomas Macho, der in den vergangenen Jahren u. a. mit Produktionen wie dem dokumentarischen Musikfilm „Benatzky!“ oder der Spieldokumentationen „Franz Lehár – Immer nur Lächeln“ bereits originelle Filmporträts von Operettenkomponisten gestaltete, auf das Interview des Nordwestdeutschen Rundfunks Hamburg gestoßen. Oscar Straus sprach darin ausführlich über sein Leben. „Er tat dies in einer sehr speziellen, längst verloren gegangenen wienerisch-jüdischen Sprachmelodie und auf so humorvolle Art, dass mir sofort klar war:
Dieses Interview muss ich verwenden. Aber es war eben nur ein Tondokument – ohne Bild. Ungeeignet fürs Fernsehen“, so Macho. Da kam ihm die Idee, durch Einsatz eines geeigneten Schauspielers, das Bild synchron zum Text zu kreieren. Dieser war rasch gefunden. „Der großartige Johannes Zeiler hat sich der unglaublich komplizierten Aufgabe unterzogen, den Text von Straus – mit allen Pausen, Verhasplern und Unregelmäßigkeiten – perfekt zu lernen und so das Bild synchron zum Ton zu liefern. Und nicht nur das, er musste dem Gesagten ja auch noch Leben einhauchen – in Mimik, Körperhaltung und Gestik“, schildert Thomas Macho. „Beim ersten Take ist Johannes beinahe verzweifelt – aber er ist immer mehr zu Oscar Straus geworden, so sehr, dass man wirklich vergisst, dass zwischen der Ton-und der Bildaufnahme 70 Jahre liegen“, freut sich der Regisseur. „Ich nenne es ‚reverse synchronisation‘. Man sieht Johannes Zeiler 2022 – und hört Oscar Straus 1953. Man könnte auch sagen: totaler ‚Deepfake‘“.
Für den Synchronschnitt zeichnet Musiker und Produzent Thomas Rabitsch verantwortlich: „Er hat Bild und Ton so synchronisiert, dass die Illusion tatsächlich perfekt ist“, erzählt Regisseur Thomas Macho, der gemeinsam mit Stefan Frey das Buch zum Film verfasste.

Mehr zum Film

Als österreichischer, französischer und US-amerikanischer Staatsbürger war Oscar Straus unter all den bedeutenden Operettenkomponisten seiner Epoche der Einzige, der tatsächlich in Wien geboren wurde. Er überlebte durch geglückte Flucht den Holocaust, aber ein Sohn und dessen Ehefrau wurden in Auschwitz ermordet. Zu seinen Freunden zählte er Persönlichkeiten wie George Gershwin oder Albert Einstein. Die Tatsache, dass sich seine Karriere nicht auf einen Ort oder ein Land beschränkte, sondern sich transkontinental gestaltete, macht aus dem Filmporträt von Thomas Macho daher zugleich ein Panorama der europäischen Kulturgeschichte vom Fin de Siècle bis zur Nachkriegszeit. Denn Oscar Straus war „der Mann ohne Grenzen“.

Schauspieler Michael Dangl als Conférencier sowie die Sänger/innen Valerie Sajdik, Shlomit Butbul, Josipa Bainac, Jan Petryka und die A-cappella-Formation „zwo3wir“ interpretieren eigens für den Film produzierte, neu arrangierte Aufnahmen der großen Straus-Hits vom „Walzertraum“ bis zur Filmmusik zu Max Ophüls’ „Reigen“.

„Oscar Straus – Der Mann ohne Grenzen“ ist eine Koproduktion von ORF und FOR TV, hergestellt mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria, Filmfonds Wien, VAM und VGR.

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