LK Österreich stellt Versorgungssicherheit ins Zentrum

Moosbrugger: Zentrale Archillesfersen und Ansatzpunkte für Zukunft sichtbar machen

Anlässlich der Eröffnung der agraria gestern, Mittwoch, in Wels berichtete der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), JOSEF MOOSBRUGGER, dass er in der LKÖ für alle Fachbereiche eine Analyse und ein Strategiekonzept zur Versorgungssicherheit in Auftrag gegeben hat. Während die letzten Monate nach Ausbruch des Ukraine-Russland-Kriegs vom akuten Krisenmanagement geprägt waren, soll das Ergebnis dieser Arbeit als Leitfaden für die weitere interessenspolitische Tätigkeit dienen – im Interesse unserer Land- und Forstwirtschaft, aber auch der Versorgungssicherheit für die Bevölkerung.

Umfassende, fachliche Grundlage für Interessensvertretung

„Die weltpolitische Lage beweist, wie unverzichtbar eine vitale Land- und Forstwirtschaft im eigenen Land für die Versorgung unserer Bevölkerung mit Lebensmitteln, erneuerbarer Energie und Rohstoffen ist. Im Lebensmittelbereich ist es uns trotz aller Krisen bisher gelungen, die Menschen mit ausreichend Qualitätsprodukten zu beliefern. Den Bäuerinnen und Bauern sowie den Verarbeitungsbetrieben gebührt dafür Respekt und Anerkennung. Diese Versorgungssicherheit ist aber keineswegs selbstverständlich. Wir müssen vielmehr aktiv etwas unternehmen, damit diese erhalten bleibt“, betonte Moosbrugger. „Ich habe alle Abteilungen der LK Österreich beauftragt, ihre Fachbereiche genau zu durchleuchten, um vorhandene Archillesfersen und Ansatzpunkte für Verbesserungen zu erheben. Diese Erkenntnisse werden wir dann in einen Guss bringen, nämlich ein land- und forstwirtschaftliches Strategiekonzept zur Versorgungssicherheit. Dieses soll eine umfassende, fachliche Grundlage für unsere weitere Arbeit in Politik, Bildung und Beratung darstellen“, so der LKÖ-Präsident.

Einbindung der Land- und Forstwirtschaft in Entscheidungsprozesse

„Es war wohl für ganz Österreich eine mehr als schmerzhafte Erkenntnis, wie abhängig wir von Energie-, Gas- und Treibstoffimporten aus politischen Krisenregionen sind, auch in der Produktion von Lebensmitteln. Und es zeigt sich, dass wir mit unseren Forderungen und Bestrebungen schon lange richtig gelegen sind, erneuerbare Rohstoffe und Energieeffizienz in unserem eigenen Sektor voranzutreiben. Diesen nachhaltigen Weg sollten wir mit Nachdruck weiterverfolgen und beschleunigen – in allen Politikbereichen genauso wie auf den einzelnen Höfen selbst“, unterstrich Moosbrugger. „Wir als Land- und Forstwirtschaft verfügen über Flächen und Rohstoffe. Daher ist eine unserer zentralen Forderungen, in alle Weiterentwicklungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden – auf europäischer genauso wie auf nationaler Ebene. Die Abhängigkeit bei Energie, Gas und Treibstoffen muss vermindert und bei Lebensmitteln verhindert werden“, hob der LKÖ-Präsident hervor.

Mehr Flexibilität und Tempo der EU-Gremien gefordert

„Zusätzlich zu allem anderen Übel müssen wir uns ständig mit Händen und Füßen gegen realitätsferne EU-Strategien wehren. Viele von ihnen klingen noch immer, als hätte es die letzten Jahre mit Corona und Ukraine-Russland-Krieg niemals gegeben. Ja, auch wir stehen zu Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsschutz, die Bauern tun so viel wie niemand anderer dafür. Wir dürfen aber auch nicht außer Acht lassen, dass wir als Lebensmittelproduzenten eine große Verantwortung gegenüber der Weltbevölkerung haben und diese ernähren müssen. Neben dem Umweltschutz müssen wir auch an die Menschen denken. Wir brauchen echte Nachhaltigkeit, die Wirtschaftlichkeit, Soziales und Ökologie vereint“, hob der LKÖ-Präsident hervor. „Wir fordern eine flexiblere, schnellere und klügere EU-Politik, die faktenbasiert und nicht ideologisch handelt. Diese sollte nicht ständig unserer multifunktionalen Land- und Forstwirtschaft weitere Prügel vor die Füße werfen und damit nur klimaschädliche Importe fördern. Vielmehr sollten sich die Brüsseler Institutionen besser die Forcierung von nachhaltiger Effizienz und europäischer Selbstversorgung auf ihre Fahnen heften“, so Moosbrugger.

Entscheidender Sicherheitsfaktor für die Zukunft

„Unsere umweltfreundlich wirtschaftende Land- und Forstwirtschaft in Österreich ist ein unverzichtbarer Zukunftssektor, eine zentrale Basis unseres Lebens. Ihre Bedeutung für die Versorgungssicherheit sollte nicht nur akzeptiert, sondern auch geschätzt und in allen Politikbereichen verankert werden“, schloss der LKÖ-Präsident. (Schluss)

Mag. Claudia Jung-Leithner
Pressesprecherin LK Österreich
Tel. +43 676 83441 8770,
E-Mail: c.jung-leithner@lk-oe.at

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