Medienpräsenz-Analyse für November: Kanzler Nehammer übernimmt Platz 1

Asyldebatte verzeichnet hohe mediale Aufmerksamkeit, parteiinterne Debatte bringt zwei SPÖ-Vertreter:innen in die Top-10 des APA-Comm Politik-Rankings

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP, 495 Beiträge) ist im November 2022 der medial präsenteste Politiker Österreichs. Das geht aus dem APA-Comm Politik-Ranking hervor, das monatlich die Gesamtberichterstattung 15 österreichischer Tageszeitungen auswertet. Der amtierende ÖVP-Chef übernimmt damit die Führung von Bundepräsident Alexander Van der Bellen (241 Beiträge), der nach Platz 1 im Vormonat aktuell den sechsten Platz belegt. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Innenminister Gerhard Karner (ÖVP, 450 Beiträge) sowie Energie- und Klimaministerin Leonore Gewessler (Die Grünen, 414 Beiträge). Für Gewessler ist es bereits die achte Podiums-Platzierung im Jahr 2022. Die Ränge 4 und 5 belegen Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP, 319 Beiträge) und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner (277 Beiträge).

Neben der Nominierung des Kurz-Vertrauten Gerald Fleischmann zum Kommunikationschef der Volkspartei trug vor allem die Asyl- und Migrationsdebatte zur medialen Präsenz des Bundeskanzlers bei. Im Lichte steigender Asylanträge beschloss Nehammer gemeinsam mit den Regierungschefs von Ungarn und Serbien eine vertiefte Kooperation in Migrationsfragen. Ziele des Übereinkommens sind die Reduktion von illegalen Grenzübertritten sowie eine akkordierte Rückführungspraxis.

Innenminister Gerhard Karner (Platz 2) stand unterdessen mit seiner im November angekündigten Blockade der geplanten Beitritte Rumäniens und Bulgariens zum Schengenraum der EU im Mittelpunkt der Berichterstattung. Kritik dafür erntete Karner sowohl von der Opposition als auch vom Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Othmar Karas (ÖVP, Platz 52), der das Vorgehen des Ministers als „unverantwortlich“ bezeichnete und kritisierte, dass die Themen Asyl und Schengenraum vermischt würden.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler erhielt die meiste mediale Aufmerksamkeit im Zuge der UN-Weltklimakonferenz im ägyptischen Sharm el-Sheikh. Die Einigung auf einen internationalen Schadensfonds summierte die Ministerin zwar als Fortschritt, insgesamt beurteilte Gewessler die Ergebnisse der COP-27 jedoch als Enttäuschung. In Inland konnte die Ministerin unterdessen in der Frage der Netzsicherheit Entwarnung geben. Laut einem Stresstest der heimischen Stromnetze wäre die Versorgung selbst bei tiefen Temperaturen und im Falle einer Gasmangellage gesichert.   

Nach Ausschreitungen von bis zu 200 Jugendlichen in der Halloween-Nacht in der Linzer Innenstadt berief Landeshauptmann Thomas Stelzer (Platz 4) den Landessicherheitsrat ein. In Reaktion auf die Geschehnisse sprach sich Stelzer für eine verstärkte Überwachung Sozialer Medien sowie für die strafrechtliche Verfolgung der Beteiligten aus. Stelzer präsentierte darüber hinaus im November das Landesbudget 2023.

Für die SPÖ gestaltete sich der Monat innerparteilich konfliktreich, ausgehend von einer Umfrage im Auftrag der burgenländischen SPÖ, die die Chancen von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (Platz 9) als Kanzlerkandidat abfragen ließ. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner (Platz 5) zeigte sich wenig erfreut über die Querschüsse der Landesgruppe. Sie legte sich indes auf ihren Status als Spitzenkandidatin der SPÖ fest.
Das Ranking der Top-20-Akteurinnen und -Akteure für November 2022 ist unter https://www.ots.at/politikranking jederzeit abrufbar. Das Ranking wurde von APA-Comm auf Basis der Anzahl von Beiträgen mit namentlicher Erwähnung von Politikerinnen und Politikern in 15 österreichischen Tageszeitungen für den Zeitraum von 1. bis 30. November 2022 erstellt.

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