Ribo/Disoski zum Equal Care Day: Care-Arbeit ist auch 2023 noch eine Frage des Geschlechts

Grüne: Maßnahmen der Pflegereform und Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung kommen vor allem Frauen, die Care-Arbeit leisten, zu Gute

Care-Arbeit ist eine unsichtbare Arbeit. Sie wird kaum wahrgenommen und nicht bezahlt. Am heutigen Equal Care Day wollen die Grünen in Erinnerung rufen, dass im Jahr 2023 das Verhältnis in der Care-Arbeit noch immer bei 4:1 liegt. Das bedeutet, dass Männer nach wie vor etwa vier Jahre bräuchten, um so viel private, berufliche und ehrenamtliche Führsorgetätigkeiten zu erbringen, wie Frauen es in einem Jahr tun.

Für die Frauensprecherin und stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Meri Disoski, sollte es im Jahr 2023 selbstverständlich sein, dass Care-Arbeit partnerschaftlich geteilt wird: „Doch das Gegenteil ist der Fall. Noch immer leisten Frauen den Mammutteil der Betreuungs-, Erziehungs- und Pflegearbeit. Und das gratis. Care-Arbeit ist also auch im Jahr 2023 immer noch eine Frage des Geschlechts.“

„Neben den konkreten Sorgepflichten kommt für Frauen erschwerend hinzu, für alles verantwortlich sein und die emotionalen Aufgaben der Familie übernehmen zu müssen. Dieser Mental Load – ständig auf die Bedürfnisse anderer zu achten und die eigenen hintanzustellen – bedeutet eine pausenlose Belastung für Frauen. Eine Belastung, die nachweislich krank machen kann, wie der von Bundesminister Johannes Rauch erst kürzlich veröffentlichte Frauengesundheitsbericht deutlich zeigt“, warnt Disoski.

„Mit zeitgemäßen Elternkarenz- und Elternteilzeit-Modellen können wir das ändern. Doch auch hier blockieren Ansichten von gestern und das Beharren auf alten Geschlechterrollen die Lösungen von heute. Ich bin es leid, dass Vereinbarkeitsfragen immer als ‚Frauenthema‘ gerahmt und Frauen somit die alleinige Verantwortung für Sorge-Arbeit zugeschoben wird. Väter sollen Mütter nicht ‚entlasten’, sondern endlich ihren gleichwertigen Teil der Sorge-Arbeit übernehmen“, fordert die Frauensprecherin der Grünen und führt aus: „Um dieses ‚alte Denken‘ aufzubrechen, braucht es weitere Maßnahmen auf struktureller Ebene. Der Rechtsanspruch auf eine ganztägige Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr hat deshalb für mich höchste Priorität.“

„Um gerade Frauen in der Pflege zu unterschützen, haben wir im Rahmen der Pflegereform wichtige Schritte zur Entlastung beschlossen. Der Mental Load der Care-Arbeit wird nach wie vor unterschätzt. Gerade deswegen ist es wichtig, pflegenden Angehörigen zur Seite zu stehen. Maßnahmen wie die Verlängerung der Pflegekarenz, die Ausweitung des Angehörigengespräches oder auch der finanziell wirksame Angehörigenbonus sollen Betroffenen eine Stütze im Alltag bieten“, erklärt Bedrana Ribo, Sprecherin der Grünen für Pflege und Senior:innen.

Nahezu eine Millionen Menschen leisten in Österreich unentgeltliche Care-Arbeit. „Gerade Frauen, die Care-Arbeit verrichten, müssen aufgrund dieser oftmals in eine Teilzeitbeschäftigung wechseln. Diesen Menschen, die für die Aufrechterhaltung des österreichischen Pflegesystems essentiell sind, die Sozialleistungen zu kürzen, kommt für uns nicht infrage“, betont Ribo.

„Community Nurses haben sich über das letzte Jahr als fixer Anker im österreichischen Pflegesystem etabliert. Ihre Arbeit entlastet die Frauen in der Pflege und bietet vor allem niederschwellige Hilfe und ein Sicherheitsnetz für die zu pflegenden Menschen und ihre Angehörigen“, freut sich Ribo über das Leuchtturmprojekt, das vergangenes Jahr in Österreich eingeführt wurde. 

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