Rauch: Neues Zentrum „Bakhti“ mit Beratung für gewaltbetroffene Jugendliche

Sozialministerium erhöht Budget für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen deutlich – Fokus auf Gewaltprävention

Gewalt an Frauen findet meist zu Hause statt. Die Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote ist 2022 um 7 Prozent gestiegen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, hat das Sozialministerium sein Budget für Maßnahmen gegen Männergewalt von vier auf sieben Millionen Euro deutlich erhöht. Gefördert wird damit auch das neue „BAKHTI – EmPOWERmentzentrum für gewaltbetroffene Mädchen“ in Wien, das Sozialminister Johannes Rauch heute eröffnet hat. Es bietet psychosoziale Beratung, Einzel- und Gruppencoachings sowie Workshops für betroffene Jugendliche. ***

Die Anzahl von Betretungs- und Annäherungsverboten ist im Jahr 2022 auf 14.643 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 7 Prozent. Er ist einerseits auf die höhere Sensibilität in der Bevölkerung zurückzuführen, andererseits handelt es sich aber auch um eine reale Gewaltzunahme. Das zeigt sich nicht zuletzt in den sechs Femiziden, die heuer bereits verübt wurden.

Da Gewalt gegen Frauen meist zu Hause stattfindet, sind häufig auch Kinder und Jugendliche betroffen. Sie werden selbst Opfer von Gewalt und sind oft auch „stille Beobachter“. Häufig erfahren diese Kinder und Jugendlichen keine Unterstützung, wissen nicht wie man über das Erlebte spricht. Im „BAKHTI – EmPOWERmentzentrum für gewaltbetroffene Mädchen“ werden Mädchen und junge Frauen unterstützt, die von Gewalt betroffen sind oder diese miterleben müssen.

Das neue Zentrum bietet neben psychosozialer Beratung, Einzel- und Gruppen-Coachings bei häuslicher Gewalt/Partnergewalt auch Workshops an. Themen sind körperliche und psychische Gesundheit, Bildung, Armut und der Umgang mit Geld. In Exkursionen lernen die Jugendlichen verschiedene Angebote kennen. Damit soll der Selbstwert von jungen Menschen gestärkt werden. Räumlich getrennt bietet das Zentrum „Bakhti“ Unterstützung auch für Buben und junge Männer, um Gewalterfahrungen zu bewältigen. Durch positive Vorbilder wird das Verständnis von respektvollem und wertschätzendem Umgang mit Mädchen gestärkt.

_„Männergewalt in Österreich ist ein Problem. Das wissen wir, das zeigen uns auch die Steigerungen bei der Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote und nicht zuletzt der Femizide. Mir ist es wichtig, dieses Thema anzusprechen, Bewusstsein zu schaffen, hinzuschauen. Darüber hinaus setzen wir ganz konkrete Maßnahmen für die Betroffenen. Daher brauchen wir Zentren wie das ‚Bakhti‘ – um Jugendlichen den Raum zu geben, über erlebte Gewalt zu sprechen, um sie zu stärken, um ihnen zu zeigen, dass ein gewaltfreies Leben möglich ist“,_ betont Sozialminister Johannes Rauch.

_„Das BAKHTI Zentrum für EmPOWERment widmet sich vor allem Jugendlichen, die häusliche Gewalt miterleben müssen und derzeit kaum Unterstützung erhalten. BAKHTI soll dazu beitragen, diese Versorgungslücke zu schließen und zum Empowerment und zur Stärkung von jungen Mädchen *aber auch Burschen* beitragen“_ erläutert Maria Rösslhumer vom Verein AÖF.

BAKHTI NIEMALS VERGESSEN

Der Name „Bakhti“ erinnert an jene afghanische junge Frau, die 2017 in Wien versucht hatte, sich von ihrer Familie, in der sie von Vater und Bruder Gewalt erlebte, zu trennen. Sie flüchtete in ein Krisenzentrum und erstattete Anzeige gegen ihren Vater und ihren Bruder. Am Weg zur Schule wurde Bakhti schließlich von ihrem Bruder nach einem Streit brutal erstochen. Sie war erst 14 Jahre alt.

Nähere Informationen finden sich unter https://www.bakhti.at/

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)
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