
Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 3. März 2023. Von CARMEN BAUMGARTNER-PÖTZ. „Bergdoktor trifft Grey’s Anatomy“
Was wollen und brauchen Patienten, was können und sollen Ärztinnen leisten und warum ist für die Kammer das Thema Primärversorgungseinheiten (PVE) so schwierig? Weil wir in Österreich sind.
Wenn es Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) tatsächlich gelingt, die Zahl der Primärversorgungseinheiten im Land zu verdreifachen, dann wird es 2025 in Tirol weiterhin keine geben, denn drei mal null ergibt … Schon klar, so war die Ankündigung nicht gemeint. Sondern als großer Wurf und Strukturreform, denn das bestehende System ist längst an seinen Grenzen angelangt. Überlaufene oder überhaupt unbesetzte Kassenordinationen in der Kombination mit vollen Spitalsambulanzen dürfen kein Dauerzustand sein. Und das Modell der Primärversorgungseinheiten (PVE) ist attraktiv – zumindest für die Patienten. Denen ist es nämlich egal, ob am Türschild „Ordination“ oder „PVE“ steht. Ihnen geht es darum, von der richtigen Person gut versorgt zu werden. Und das innerhalb möglichst umfangreicher Öffnungszeiten. Wenn dann neben mehreren Allgemeinmedizinern vielleicht noch ein diplomierter Wundpfleger an Bord ist und eine Physiotherapeutin, dann geht das Ganze in Richtung Rundumversorgung, gegen die kaum jemand etwas haben kann.
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