
„WELTjournal / WELTjournal +“: „Israel – Demokratie unter Druck“ und „Kinder im Gefängnis – Israels harter Kurs“
Am 22. März ab 22.30 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) – In Israel gehen seit Wochen Hunderttausende Menschen auf die Straße – als Protest gegen die umstrittene Justizreform der rechts-religiösen Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu. Sie werfen Netanjahu vor, die unabhängige Justiz des Landes schwächen zu wollen, damit faktisch die demokratische Gewaltenteilung aufzuheben und Demokratie und Rechtsstaat zu gefährden. Zuletzt hat Israels Präsident Yitzhak Herzog wörtlich vor einem drohenden Bürgerkrieg gewarnt. Das „WELTjournal“ – präsentiert von Patricia Pawlicki – zeigt dazu am Mittwoch, dem 22. März 2023, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Reportage „Israel – Demokratie unter Druck“. Im „WELTjournal +“ folgt um 23.05 Uhr die Dokumentation „Kinder im Gefängnis – Israels harter Kurs“.
WELTjournal: „Israel – Demokratie unter Druck“
Israel-Korrespondent Tim Cupal hat sich unter die Demonstranten gemischt und mit ihnen gesprochen: Juristen, die eine Staatskrise vorhersagen, Frauen, die Benachteiligungen im Alltag befürchten, Armeereservisten, die den Dienst verweigern, Schwule und Lesben, die Verfolgung und Blutvergießen befürchten. Immer mehr Israelis denken laut über das Auswandern nach – kurz vor dem 75. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Zur Hymne der Proteste wird ein Song aus den 70er Jahren – „Ich habe kein anderes Land“ –, ein Text, der jetzt Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung für viele genau das ausdrückt, was sie in diesen Tagen erleben und fühlen. Der Kampf ums eigene Land, den sie um keinen Preis aufgeben und schon gar nicht verlieren können. Der französische Reporter Stéphane Amar beleuchtet dagegen die Menschen, die Netanjahus Pläne und seine Regierung – die am weitesten rechts stehende, die das Land je hatte – großartig finden. Neben den ultrarechten Siedlern und den Orthodoxen sind das jene Israelis, die fernab vom israelischen Wirtschaftswunder in den benachteiligten Randregionen und heruntergekommenen Stadtvierteln leben, den Verlust traditioneller Werte beklagen und nur schwer über die Runden kommen.
WELTjournal +: „Kinder im Gefängnis – Israels harter Kurs“
Jedes Jahr werden mehr als 700 palästinensische Kinder und Jugendliche im besetzten Westjordanland verhaftet und oft jahrelang in israelische Gefängnisse gesperrt. Der häufigste Grund: Sie haben mit Steinen nach israelischen Besatzungssoldaten, Autos und Panzern geworfen. Während Steine werfende israelische Jugendliche vor ein Zivilgericht kommen, werden palästinensische Kinder und Jugendliche vor ein Militärgericht gestellt. Damit geht eine erhebliche Ungleichbehandlung einher und je nach Fall deutlich höhere Strafen. Bereits ein UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2013 wirft dem Staat Israel diesbezüglich Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Im „WELTjournal +“ kommen vier Jugendliche zu Wort: Adam Darwish, Ali Jawarish, Muhammad Al-Masaid and Anas Al-Masaid, die alle eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt haben. Für den Film waren sie bereit, sich die Videoaufnahmen ihrer Verhöre durch die israelische Militär-Polizei anzusehen und über das Erlebte zu sprechen. Ihre Geschichte ist die Tausender palästinensischer Kinder, die in den vergangenen Jahren vom israelischen Militär verhaftet wurden. Aber es ist auch Teil der Geschichte des Staates Israel, der mit seiner Siedlungspolitik seit Jahrzehnten die Situation der Palästinenser in den besetzten Gebieten verschärft.
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