Kein Mietpreisdeckel, keine Unterhaltsgarantie: Kinder von Alleinerzieherinnen leben in Armut und Ausgrenzung

Fehlender Unterhalt und steigende Mietpreise drängen Kinder von Alleinerzieherinnen in Österreich zunehmend in Armut und Ausgrenzung. Nach Schätzungen waren 2021 bereits 70% der Alleinerzieherinnen und ihre Kinder von Armut oder Ausgrenzung betroffen, Tendenz steigend. 2023 liegen die Kosten für ein Kind bei einer Alleinerzieherin bei etwa 1 005 EUR und damit fast doppelt so hoch wie in Zwei-Erwachsenen-Haushalten. Hinzu kommt: nur eines von fünf Kindern, das keinen Unterhalt und keine Halbwaisenpension bezieht, bekommt Unterhaltsvorschuss. Besonders hart treffen Alleinerzieherinnen und ihre Kinder die Mietpreiserhöhungen: Mehr als drei Viertel leben in Miete, doppelt so viele wie andere Haushalte mit Kindern. Trotzdem steht die Regierung bei der Unterhaltsgarantie auf der Bremse. 

Nur etwa die Hälfte der Kinder von Alleinerzieherinnen bekommt Kindesunterhalt, auch dann nur in geringer Höhe: 2021 waren es durchschnittlich 304 EUR pro Kind. Der Unterhalt deckt damit etwa ein Drittel der Kinderkosten. Während Familienministerin Raab in der Fragestunde im Parlament Mitte Dezember 2022 den Unterhaltsvorschuss ein „bewährtes Instrument“ nannte, bekommt ihn tatsächlich nur etwa jedes fünfte Kind, das keinen Unterhalt und keine Halbwaisenpension bezieht.
Der Grund dafür liegt unter anderem in den restriktiven Voraussetzungen: So muss bereits ein im Inland vollstreckbarer Titel vorliegen, eine Pfändung versucht worden sein, sowie die Aussicht bestehen, dass das unterhaltspflichtige Elternteil den Unterhaltsvorschuss zurückzahlen kann. Für die wenigen Kinder, die Unterhaltsvorschuss bekamen, lag laut Unterhaltsbefragung 2021 der Statistik Austria der durchschnittliche Vorschuss bei nur 250 EUR im Monat. (Siehe Grafik Kinderkosten, Unterhalt, Regelbedarf und Unterhaltsvorschuss im Vergleich – 2021) 

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