
Ignorant ÜBER die Pflege aber nicht auf Augenhöhe MIT der Pflege reden!
Das ist offensichtlich die Gesinnung der Bundesräte – daher die geplante Notwehrmaßnahme am 10. Mai vorm Parlament
Die Präsidentin der Österreichischen Bundesinteressensgemeinschaft der Agenturen zur Organisation für Personenbetreuung, Karin Hamminger, selbst Diplomierte Gesundheit- und Krankenpflegerin, kritisiert das Vorgehen des Bundesrates bei der Beurteilung von Pflege und Betreuung auf das Schärfste. Abgehobener und realitätsferner geht es ja nicht mehr!“ Eine Pflege-Enquete im Parlament ohne Teilnahme von Vertreter:innen der Pflege- und Betreuungsberufe ist an Unverschämtheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Obwohl Sozialminister Rauch vorige Woche am Pflegemanagementforum im Rahmen seiner Eröffnungsrede noch erklärt hat, dass wir, nämlich die Pflegenden viel lauter, mutiger und lästiger werden müssen – um uns und unsere Interessen besser vertreten zu können und ein Mitspracherecht zu erwirken. Und dann wird noch am selben Tag bekannt, dass exakt der gleiche Minister am 10. Mai 2023 auf Initiative der SPÖ-Bundesräte gemeinsam mit dem burgenländischen Landeshauptmann eine Pflege-Enquete im Parlament eröffnet, zu der weder der Berufsverband der Pflege noch andere Expertinnen und Experten der professionellen Pflegebasis eingeladen werden oder gar zu Wort kommen. „Da machen sich ein paar Politiker:innen offenbar die Welt wie sie ihnen gefällt,“ sagt Hamminger und wundert sich über die große Verdrossenheit der Pflegenden ohnehin schon lange nicht mehr.
STATT PFLEGE EXPERTEN HOLEN SICH DIE BUNDESRÄTE LIEBER DEN EIGNER EINER FITNESSKETTE ALS REFERENTEN
Um noch mehr Ausgrenzung der Pfleger:innen zu betreiben, hat man dem Ganzen noch eines draufgesetzt. Die Veranstalter haben nämlich zum Tagesordnungspunkt „GESUNDE JAHRE BIS INS HOHE ALTER“ viel lieber den CEO und Inhaber einer Fitnesskette als Vortragenden eingeladen. Es wäre der Sache „Pflege“ dienlich, hierzu Pflege-Expert:innen zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung im Rahmen eines Disease-Management-Programms, vor allem aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Umgang mit Sucht-/Genussmitteln oder Verbesserung der psychosozialen Gesundheit oder den präventiven Hausbesuchen bei alten Menschen zu Wort kommen zu lassen, rät Hamminger den Bundesräten zur Sachlichkeit. „Diese Einladung der Bundesräte an einen Fitnessstudio Eigner ist nicht nur ein Affront den vielen präventiven Pflegeberufen gegenüber, sondern auch jenem Teil der Bevölkerung, der sich aufgrund des Teuerung-Tsunamis die Mitgliedschaft eines hochpreisigen Fitnessanbieter ohnehin nicht leisten kann.
Abschließend frage ich mich „wozu initiiert das Sozialministerium ein Qualitätszertifikat für Agenturen die 24-Stunden-Betreuer:innen vermitteln, wenn auch aus diesem Bereich bei der Veranstaltung niemand Auskunft über die jahrelang gewachsenen Probleme geben kann?“, wundert sich Hamminger.
ÖBAP
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