Kooperation als Schlüssel für gesellschaftliche Systemänderung

DIE WIENER SOZIALORGANISATION NEUNERHAUS HAT BEI DER ENTWICKLUNG IHRER STRATEGIE FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE BEWUSST DAS GESELLSCHAFTLICHE UMFELD EINBEZOGEN – MIT ERKENNTNISSEN, DIE AUCH FÜR ANDERE UNTERNEHMEN HILFREICH SIND. GESTERN ABEND WURDEN DIESE BEI EINEM TALK IN WIEN DISKUTIERT.

„Kooperation ist der Schlüssel, um gesellschaftliche Innovation rasch und in großer Dimension umzusetzen“, lautet die simple, klare Conclusio von Oliver Schrader und Anita Lung, Unternehmensberater:innen bei Trainconsulting, die neunerhaus im vergangenen Jahr in dessen Strategieentwicklungsprozess begleitet haben. Im Zentrum stand dabei, wie diese mittelgroße, sehr innovative Organisation mit Kernkompetenz im Bereich Wohnungslosenhilfe, medizinische Versorgung und Teilhabe angesichts riesiger gesellschaftlicher Herausforderungen ‚systemisch‘ wirksam werden kann – wie sie über ihren unmittelbaren Effekt in der direkten Arbeit mit Klient:innen hinaus durch Lobbying, Kooperationen und Pionierarbeit dazu beitragen kann, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und das Mindset in der Branche zu bewegen und die Wahrnehmung in der Bevölkerung zu sensibilisieren.

neunerhaus war schon in der Vergangenheit „systemisch“ erfolgreich – so wurden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Immobilienträgern Wohnungen für wohnungs- und obdachlose Menschen zur Verfügung gestellt, die ohne große Hürden unmittelbar an Obdachlose vergeben werden. Das hat den bis dahin in der Wohnungslosenhilfe verankerten Glaubenssatz, dass Wohnungen nur der Endpunkt einer gelungenen Integration sein können, (anstatt vielmehr eine wesentliche Voraussetzung darzustellen) wesentlich verändert. Auch mit anderen Angeboten und Projekten hat neunerhaus Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen öffentliche Policy etwa in Form veränderter städtischer Förderpolitik beeinflusst wurden.

„Unser Ziel bei neunerhaus ist, mit unserer Arbeit Menschen in einer Notlage wirkungsvoll und nachhaltig zu unterstützen. Das ist gesellschaftlich geboten, entspricht der Sehnsucht der Einzelnen und dem Wunsch zur Wirksamkeit von Mitarbeiter:innen. Der Fokus auf systemische Wirksamkeit neben den konkreten Unterstützungsangeboten zielt bei neunerhaus genau in diese Richtung: Mit dem Teilen unserer Expertise, der Arbeit in Netzwerken und Kooperationen beeinflussen wir Rahmenbedingungen und unterstützen gesellschaftliche Systemänderung,“ sagt Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführerin.

Die beiden Trainconsulting-Consultants haben aus der Arbeit mit neunerhaus Hypothesen entwickelt, die sich auch auf andere Organisationen übertragen lassen – und sie haben ein paar Tipps parat und weisen auf potenzielle Fallen hin. Die Grundfrage ihrer Arbeit lautet: „Wie kann eine Organisation ihren gesellschaftlichen Beitrag maximieren und gleichzeitig ihre eigene Überlebensfähigkeit stärken?“

„Um systemisch wirksam zu werden, müssen wir lernen in Feldern und Ökosystemen zu denken und gesellschaftliche Innovation rasch in großer Dimension umsetzen“, ist Oliver Schrader überzeugt. „Die gesellschaftlichen Herausforderungen erzwingen andere Wege zu Wirksamkeit und Kooperation“, ergänzt Anita Lung, „gerade in disruptiven Zeiten sind Kooperationen ein unersetzbares Fangnetz“. Wesentliche Stolpersteine dabei seien einerseits Überforderung durch Wachstum, andererseits die heikle Gratwanderung zwischen Konkurrenz und Kooperation, sowie die Balance zwischen der Arbeit fürs Gemeinsame und der Pflege der eigenen Organisation. 

Hier findet sich ein ausführlicher Artikel zum Thema
Über Trainconsulting

Barbara Riedl
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