
20. ÖGB-Bundeskongress eröffnet: „Gewerkschaften kämpfen für mehr Verteilungsgerechtigkeit“
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian eröffnet 20. ÖGB-Bundeskongress im Austria Center Vienna
„Mit diesem Bundeskongress stellen wir die Weichen für die Zukunft, entlang unserer Grundsätze und Werte“, eröffnete ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian heute, Dienstag, 20. Juni, im Austria Center Vienna den 20. ÖGB-Bundeskongress, der unter dem Motto „Dafür ÖGB“ steht. Neben Katzian, der sich am 22. Juni der Wiederwahl stellt, sprachen auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Karl Nehammer, der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und die Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes Esther Lynch zu den rund 400 Delegierten und zahlreichen Ehrengästen. ++++
Grundpfeiler der Arbeit der Gewerkschaften ist die Solidarität aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Einkommen oder sexueller Orientierung, und natürlich Gerechtigkeit, führte Katzian aus: „Faire Löhne und Gehälter sowie gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen sind letztendlich eine Frage der Verteilung, darum kämpfen wir auch immer für Verteilungsgerechtigkeit.“ Dementsprechend werden die Delegierten am zweiten Kongresstag das umfassende Arbeitsprogramm 2023 bis 2028 diskutieren und beschließen.
„Ganz wesentlich ist es für uns, die Demokratie zu schützen und weiterzuentwickeln. Das bedeutet auch, den Kampf gegen die extreme Rechte zu führen, in Österreich und in Europa“, betonte Katzian außerdem: „Faschismus und Rechtsextremismus bedrohen Grundprinzipien der Demokratie – wie die Achtung der Menschenrechte, die Meinungsfreiheit oder die Verteidigung von Minderheiten, die Verhinderung von Gewalt und Extremismus. Also die Grundwerte der Gewerkschaften. Unsere Vorfahren haben unter dem Einsatz ihres Lebens für Demokratie gekämpft. Wir sind es ihnen, uns selbst und unseren Kindern schuldig, diesen Kampf weiterzuführen!“
ALEXANDER VAN DER BELLEN: „GEWERKSCHAFTEN GEBEN MENSCHEN DIE MÖGLICHKEIT, MITZUENTSCHEIDEN, WIE SIE ARBEITEN UND LEBEN MÖCHTEN.”
Wie wichtig die Arbeit der Gewerkschaften ist, und aller, die sich innerhalb dieser engagieren, hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Eröffnungsrede betont: „Gewerkschaften geben Menschen die Möglichkeit, mitzuentscheiden, wie sie arbeiten und leben möchten. Sie sind das wichtigste Bindeglied zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Hinter dem Wort Gewerkschaft stehen viele tausende Menschen, die sich tagtäglich für andere engagieren. Das ist nicht selbstverständlich. Deshalb möchte ich ‚Danke!‘ sagen für Ihren unermüdlichen Einsatz!“
KARL NEHAMMER: „STARKE SOZIALPARTNERSCHAFT AUCH IN ZUKUNFT WICHTIG!”
Bundeskanzler Karl Nehammer hat zu Beginn seiner Rede betont, dass „Sozialpartnerschaft einen großen Wert in der Geschichte dieses Landes hat und ihn auch in Zukunft haben wird!” Außer Frage stellt er, „dass wir eine starke Sozialpartnerschaft brauchen, in der wir auch strittige Themen ansprechen und diskutieren können. Und angesichts der Teuerung und der Inflation kann ich eines zusagen: Es wird eine Allianz zwischen der Bundesregierung und den Sozialpartnern geben, um Energiepreise nach unten zu bringen!”
MICHAEL LUDWIG: „GERADE IN ZEITEN DER MULTIPLEN KRISEN GEHT ES DARUM, SICH NOCH STÄRKER FÜR DIE RECHTE DER ARBEITNEHMERINNEN UND ARBEITNEHMER EINZUSETZEN.”
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig weist darauf hin, dass wir „aus der Geschichte wissen, dass Österreich immer dann besonders erfolgreich war, wenn alle gemeinsam mit der Gewerkschaft an einem Strang gezogen haben.“ Wien sei dafür das beste Beispiel. Die Stadt habe sich zu einem exzellenten Wirtschafts- und Arbeitsstandort sowie der lebenswertesten Stadt der Welt entwickelt. Als Grund nennt er, „dass wir die Sozialpartnerschaft in unserer Stadt leben.“ Ludwig bedankt sich auch bei ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian für die gute Zusammenarbeit, „denn gerade jetzt – in Zeiten der multiplen Krisen – geht es darum, sich noch stärker für die Reche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen!“
ESTHER LYNCH: „KÖNNEN NUR GEWINNEN, WENN WIR ZUSAMMENARBEITEN.”
Wie wichtig die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ist, betonte die Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) Esther Lynch in ihren Grußworten: „Wir wissen, dass wir gewinnen können, wenn wir zusammenarbeiten. Nehmen wir zum Beispiel die Richtlinie über angemessene Mindestlöhne, die nur mit der großartigen Unterstützung des ÖGB durchgesetzt wurde. Dank dieser Richtlinie werden Tarifverhandlungen nun eindeutig als Lösung für die europäische Krise der Einkommensungleichheit und des Rückgangs der Lohnquote anerkannt.“ Lynch weiter: „Wir werden nur dann einen fairen Deal für die Arbeitnehmer:innen erreichen, wenn es eine echte Reform der europäischen Wirtschaftspolitik gibt. In diesem Sinne müssen wir weiter zusammenarbeiten, gerade auch in Hinblick auf die Wahl des Europäischen Parlaments im Juni 2024. Wir müssen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass nächstes Jahr nur Parlamentarier nach Brüssel kommen, die bereit sind, sich für die arbeitenden Menschen und unsere Werte einzusetzen.“
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