Seilern Investment Management: Tradition als Herausforderung – etablierte Regeln neu definiert

Peter Seilern und Nian Yu von Seilern Investment Management über Paradigmenwechsel etablierter Börsen-Weisheiten und die Relevanz dominanter Vertriebskanäle im digitalen Zeitalter.

In Zeiten hoher Inflation, hoher Zinsen und fallender Aktienkurse haben Investoren, die Value- oder Dividendenstrategien verfolgen, wenig zu lachen. Ganz anders sieht es für den Quality Growth-Investor aus, in dessen Portfolio konjunktur- und zyklusabhängige Titel nicht existieren. Sein Portfolio mag punktuell Rückschläge erleiden oder mal eine Seitwärtsperiode erleben wird es jedoch immer eine positive Rendite erzielen.

„Wir müssen akzeptieren, dass die Inflation in den nächsten Monaten auf einem Niveau oberhalb der Toleranzschwelle der Zentralbanken bewegen wird und die Zinsen dementsprechend wohl „länger höher“ bleiben werden“, meint Peter Seilern in seinem jüngsten Statement. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen vom Einfrieren russischer Vermögenswerte, der Abhängigkeit westlicher Industrien von russischen Rohstofflieferungen bis hin zum harten Vorgehen Bidens gegen die Verwendung chinesischer Technologien. Diese Entwicklungen wirken der Globalisierung entgegen und belasten das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne der westlichen Industrienationen.

EINE WELTLEITWÄHRUNG GERÄT INS SCHWANKEN

Anlass zur Besorgnis gibt auch die Entwicklung, dass, den USA gegenüber, feindlich eingestellte Länder, wie China, Indien oder Brasilien – unterstützt durch Russland – versuchen, den Status des US-Dollars als sicherer Hafen und Handelswährung zu untergraben. Damit wäre dem Renminbi Tür und Tor geöffnet, sich zur Handels- und Reservewährung der Weltwirtschaft aufzuschwingen. Die daraus entstehende Besorgnis braucht jedoch nicht gravierend zu sein, denn eine Reservewährung muss mehr als eine etablierte Rechnungseinheit oder ein monetäres Tauschmittel sein. Seilern dazu konkret: „eine Reservewährung muss frei schwanken, frei konvertierbar sein und durch einen breiten, liquiden und offenen internationalen Staatsanleihemarkt Rückendeckung erhalten und im Vergleich zu anderen Reservewährungen wie dem YEN und dem Euro stark vertreten sein. Ein weiteres Kriterium stellt eine auf Leistungsbilanzüberschüsse ausgerichtete Politik der jeweiligen Staaten dar, die nicht von einer kommunistischen Partei kontrolliert werden dürfen“.  

QUALITY GROWTH IST TRUMPF

Ein Szenario, in dem die Kurse von Staatsanleihen steigen und Geld teurer wird, belastet die Aktienkurse. So dürfte auch in diesem Jahr die US-Berichtssaison schwach ausfallen und hinter den Erwartungen zurückbleiben. Vor allem Bankentitel werden in die Bredouille kommen. Ein Sektor, den Quality Growth-Investor Peter Seilern vollkommen meidet. Er meint dazu: „Trotz der schwierigen Situation, in der sich ihre Aktienkurse in den letzten zwei Jahren befanden, konnten echte Quality Growth-Unternehmen Quartal für Quartal überdurchschnittliche Unternehmensrenditen verbuchen. Diese Unternehmen stellen ein eindeutig geringeres Risiko dar, zumal ihre Bilanzen weitgehend oder ganz frei von Nettoverschuldung sind und sie ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum aufweisen. Und da die Gewinne die Aktienkurse beflügeln, haben Anleger in Quality Growth Unternehmen überdurchschnittliche Aktienkursrenditen erzielt, während sich die Anleiherenditen offenbar auf ihr neues Niveau eingependelt haben“.

QUALITY GROWTH IM 21. JAHRHUNDERT

Quality Growth-Unternehmen per se stammen aus stark wachsenden Branchen mit hohen Eintrittsbarrie­ren und besitzen große Preismacht. Ihre Wachstumsaussichten sind relativ gut prognostizierbar, da sie über einen transparenten, längerfristigen Leistungsausweis verfügen. Die Qualitäts­anforderungen schließen z. B. Unternehmen mit hoher Verschuldung oder Risikoorientie­rung sowie geringer Transparenz, wie sie etwa in den Branchen Bergbau, Roh­stoffgewinnung oder Bank- und Finanzdienstleistung zu finden sind, aus. Quality Growth-Unternehmen werden traditionell mit Aktiengesellschaften assoziiert, die in der Old Economy des 20. Jahrhunderts zu verorten sind. Doch auch Unternehmen des 21. Jahrhunderts, deren Geschäftsmodell auf einer rein digitalen Basis aufgebaut ist, sind in der Lage, sich als Quality Growth-Zielinvestments zu profilieren.

GOOGLE – WELTMARKTFÜHRER AM SEKTOR SUCHMASCHINEN

Nian „Nina“ Yu überzeugt bei Google besonders die Tatsache, dass es dem Unternehmen gelungen ist, „in den letzten beiden Jahrzehnten sich als die dominierende Suchmaschine schlechthin durchzusetzen. Heute entfallen über 90 Prozent des weltweiten Suchmaschinenmarktes auf den Internet-Giganten, und die Sparte bleibt mit 57 Prozent des Umsatzes nach wie vor der bei weitem wichtigste Teil des Google-Geschäfts“. Diese dominante Marktführerschaft wurde nicht per Zufall erreicht, hinter diesem Erfolg steckt eine konsequente Strategie. Denn „Die Mehrheit der Verbraucher greifen entweder über ihr Smartphone, ihren Desktop-PC oder Laptop auf das Internet zu. Verbraucherorientierte digitale Produkte, wie allgemeine Suchmaschinen, werden auf Smartphones über drei spezifische Zugangspunkte vertrieben – den Browser, die statische Suchleiste auf dem Startbildschirm des Geräts (Schnellsuchleiste) und über eine Suchmaschinen-App. Bei Desktop-PCs und Laptops ist der Browser der wichtigste Zugriffspunkt. Und bei all diesen Zugriffspunkten ist es Google gelungen, _die_ voreingestellte Standard-Suchmaschine zu werden“. Mit der Einführung von Google Chrome (2008) begann der eigentliche Siegeszug von Google, das heute 65 Prozent des Weltmarktes innehat. Heute kontrolliert das Unternehmen rund 95 Prozent des gesamten Browservertriebs. Auch bei Smartphones (Android und iOS) hat dieser Markführer die Nase vorne, in dem es 2022 20 Milliarden US-Dollar zahlte, um auf so gut wie allen weltweit produzierten Smartphones als Standard-Suchmaschine voreingestellt zu sein. Hohe Investitionen, die sich – so scheint es – bezahlt machen. Darüber hinaus hat Google „ein starkes Ökosystem rund um Android geschaffen, das u.a. Produkte wie Google Play, Gmail, YouTube enthält. Diese Produkte und Dienstleistungen gehören Google und werden von den Verbrauchern als sehr wichtig angesehen. Möchte man also die volle Version von Android verwenden, dann führt kein Weg an Google vorbei“, meint Nian Yu in diesem Zusammenhang und führt weiter aus: Die Beherrschung der Vertriebskanäle stellte in der traditionellen Wirtschaft für physische Waren und Dienstleistungen eine wichtige Quelle für Wettbewerbsvorteile dar. Das Beispiel von Google zeigt, dass ein Unternehmen mit einem marktrelevanten Produkt in Verbindung mit einem starken Vertriebskanal dominante Marktführerschaft erzielen kann“. Zwei relevante Kriterien, die Quality Growth-Unternehmen auszeichnen und Google als festen Bestandteil des Seilern-Quality Growth-Portfolios qualifizieren.

WM-PR OG
Michael Stadlinger
+4368181963600
mstadlinger@wm-pr.at
www.wm-pr.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender