Erhebung: Leichte Entspannung der sozialen Lage spürbar
Befragung im Auftrag des Sozialministeriums zeigt positive Effekte von Hilfsmaßnahmen
Die soziale Lage in Österreich hat sich im ersten Quartal 2023 etwas entspannt. Das zeigt die Erhebung “So geht’s uns heute”, die im Auftrag des Sozialministeriums von Statistik Austria und vom Institut für höhere Studien (IHS) durchgeführt wird. In fast allen Parametern gibt es eine leichte Verbesserung gegenüber den vorangegangenen Quartalen. Gesunken sind unter anderem die Zahl der Personen, die von Einkommensverlusten betroffen waren, die Zahlungsschwierigkeiten bei den Wohnkosten hatten oder die sich kleinere Ausgaben nur schwer leisten konnten. _“Die sozialen Folgen der hohen Inflation sind für viele Menschen nach wie vor spürbar. Dennoch sehen wir, dass unsere Maßnahmen Wirkung zeigen”_, betont Sozialminister Johannes Rauch. _“Die Anhebung aller Sozialleistungen, der Pensionen, der Sozialhilfe haben dazu beigetragen, dass sich die Situation von armutsgefährdeten Menschen wieder verbessert.”_ ***
Bereits zum sechsten Mal in Folge haben die Statistik Austria und das Institut für Höhere Studien (IHS) die Erhebung „So geht’s uns heute“ durchgeführt. Einmal pro Quartal werden über 3.500 Personen befragt, um soziale Folgen der aktuellen Krisen rasch zu erfassen. Im Februar und März 2023 wurden erstmals auch Pensionist:innen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.
Die Auswirkungen der Inflation sind demnach etwas rückläufig: 33 Prozent der Befragten gaben im ersten Quartal 2023 an, in den vergangenen zwölf Monaten nach eigenen Angaben von Einkommensverlusten betroffen zu sein. Ende 2022 haben sich noch 36 Prozent als Einkommensverlierer:innen bezeichnet. Ihnen stehen 21 Prozent gegenüber, die angaben, dass sich ihr Einkommen verbessert hat (Q4/2022: 20%). Konstant geblieben ist die Zahl jener, die laufende Ausgaben nur mit Schwierigkeiten decken konnten. Das traf auf rund 1 Million Menschen zu.
SOZIALE SITUATION STABILISIERT
Stabil oder leicht rückläufig ist im Vergleich zu Ende 2022 auch die Zahl der Personen, die sich notwendige Ausgaben nur schwer leisten können: Rund 1,9 Millionen Personen konnten im ersten Quartal 2023 unerwartete Ausgaben von 1.300 Euro nicht begleichen (-7.000). 1,1 Millionen Menschen konnten sich auch Kleinigkeiten wie einen Kinobesuch nicht gönnen (-43.000). 698.000 Menschen konnten ihre Wohnung nicht angemessen warm halten (-69.000). Um 78.000 auf 626.000 Personen gestiegen ist die Zahl derer, die angaben, dass sie sich nicht angemessen ernähren können.
_“Viele Menschen in Österreich kämpfen immer noch sehr mit den Folgen der Teuerung. Schon im vergangenen Jahr haben wir deshalb viele Maßnahmen gesetzt: Direktzahlungen, 10,2 Prozent Einkommensplus für Mindestpensionist:innen und Bezieher:innen der Sozialhilfe, die Erhöhung aller Sozialleistungen. Heute sehen wir, dass diese Hilfsmaßnahmen zu wirken beginnen”_, so Sozialminister Johannes Rauch.
Auch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen Kinderarmut wird Wirkung zeigen, ist Rauch überzeugt: _“60 Euro zusätzlich pro Kind und Monat für armutsgefährdete Familien, 60 Euro zusätzlich für Bezieher:innen von Sozialhilfe. Für Betroffene ist das eine spürbare Entlastung.”_
WOHN- UND ENERGIEKOSTEN BLEIBEN BELASTUNG
Auch bei den Wohnkosten sind die Zahlen leicht rückläufig. Sie bleiben aber für viele Menschen eine Herausforderung: Für 1,5 Millionen Menschen (22%) waren Wohnkosten eine schwere finanzielle Belastung (Q4/2022: 24%). 1,6 Millionen Menschen (24%) befürchteten Zahlungsschwierigkeiten bei ihren Wohnkosten in den nächsten drei Monaten (Q4/2022: 27%). 7 Prozent bzw. 430.000 Personen waren bei ihren Wohnkosten bereits in Zahlungsverzug geraten (Q4/2022: 8%).
Bei der Erhebung im 1. Quartal 2023 wurde ein besonderes Augenmerk auf Energiekosten gelegt. Demnach waren 890.000 Personen (14%) von Energiearmut betroffen. Für 450.000 Personen (7%) reichten die finanziellen Mittel nicht aus, um den Strombedarf zu decken. 330.000 Personen (5%) konnten sich die benötigte Haushaltsenergie nicht leisten, 400.000 Personen (6%) sind aufgrund finanzieller Engpässe in Zahlungsverzug bei ihren Energiekosten geraten.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)
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