Wirtschaftsbund: Neue AMS Zielvorgaben dürfen nur erster Schritt sein

Egger: Positives Signal für die Wirtschaft, weitere Maßnahmen begrüßenswert

Die letzten allgemeinen Zielvorgaben an das AMS wurden 2018 festgelegt. Seitdem hat der österreichische Arbeitsmarkt tiefgreifende Veränderungen erlebt. Multiple Krisen wie die Covid-Pandemie und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine haben die Stärken und Schwächen des heimischen Arbeitsmarkts zum Vorschein gebracht. Die nun größte Herausforderung für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort ist der voranschreitende Arbeitskräftemangel, dessen Bewältigung die neuen Zielvorgaben primär forcieren. „Der demografische Wandel am Arbeitsmarkt macht sich immer deutlicher bemerkbar, Mitarbeitern fehlen an allen Ecken und Enden. Über 200.000 offene Stellen sind laut Wirtschaftsbund Stellenmonitor zu besetzen – Tendenz trotz wirtschaftlicher Eintrübung steigend. Bundesminister Martin Kocher hat die Zeichen der Zeit erkannt und richtet mit den neuen Zielvorgaben das AMS strategisch auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen aus. Besonders der Fokus auf effizientere Vermittlungstätigkeiten und überregionale Vermittlung sind wichtige Maßnahmen zur Reduzierung des Arbeitskräftemangels. Als Wirtschaftstreibende würden wir uns jedoch weitere Schritte wünschen: Die Einführung des aufkommensneutralen degressiven Arbeitslosengeldes sowie die Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeiten sind wichtige Punkte einer zukünftigen Reform“, so WB-Generalsekretär Abg.z.Nr. Kurt Egger. 

VERMITTLUNG GERINGFÜGIG BESCHÄFTIGTER ARBEITSLOSER

Ein Teil der neuen Zielvorgabe ist die verstärkte Vermittlung von geringfügig beschäftigten Arbeitslosen. „Es ist Gebot der Stunde, so viele Menschen in Vollbeschäftigung zu bekommen wie möglich. Rund 10 Prozent der Arbeitslosen arbeiten geringfügig. Diese Gruppe am Arbeitsmarkt hat Arbeitserfahrung und Qualifikationspotenzial, dass die Unternehmen dringend brauchen. Wir begrüßen es daher sehr, dass sich das AMS nun darauf fokussiert, geringfügig tätige AMS-Leistungsbezieher voll in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Egger abschließend.

Österreichischer Wirtschaftsbund
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