
ÖH: Der MedAT ist die Antithese zum freien und offenen Hochschulzugang
1.850 Studienplätze für 15.400 Bewerber_innen sind zu wenig, um einen fairen Zugang zum Medizinstudium zu ermöglichen.
Heute findet wieder die jährliche Aufnahmeprüfung für Human- und Zahnmedizin, kurz MedAT, statt. Die starke Diskrepanz zwischen den vorhandenen Studienplätzen und den Bewerber_innen ist auch dieses Jahr wieder ein Problem. In Graz, Innsbruck, Linz und Wien versuchen rund 15.400 Bewerber_innen einen der 1.850 Studienplätze zu erhalten.
Die Vorbereitung für den MedAT ist in der Regel mit hohen Kosten und einem enormen zeitlichen Aufwand verbunden. Die Medizinaufnahmeprüfung ist somit gerade für arbeitende Bewerber_innen und Bewerber_innen ohne große monetäre Ressourcen schwer zu schaffen. “Teure Vorbereitungskurse und hohe Kosten für Übungsmaterial dürfen niemals Voraussetzung sein. Diese Art der sozialen Selektion führt dazu, dass Bildung gerade im medizinischen Bereich noch immer stark vererbt wird. Wir sehen hier die Aufgabe ganz klar beim BMBWF, sich dieser sozialen Ungerechtigkeit entgegenzustellen und Vorbereitungsmaterial und -kurse kostenfrei anzubieten”, sagt Nina Mathies aus dem Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH).
“Ein Aufnahmeverfahren, bei dem 15.400 Bewerber_innen um 1.850 Studienplätze kämpfen müssen, führt bei vielen jungen, motivierten Personen zu einer enormen psychischen Belastung und zu verstärktem Konkurrenzdenken.”, erläutert Sarah Rossmann aus dem Vorsitzteam und ergänzt: “Der Fehlende Zusammenhang der Anforderungen im MedAt und der Kompetenzen für die medizinischen Studiengänge, verdeutlicht wie sinnlos diese Zugangsbeschränkung ist.” Die ÖH spricht sich gegen Zugangsbeschränkungen aus und setzt sich für einen freien und offenen Hochschulzugang in Österreich ein. Dieser kann nur durch die staatliche Ausfinanzierung der Hochschulen erreicht werden.
Durch die streng limitierte Anzahl an Studienplätzen herrscht, trotz großem Andrang auf ein medizinisches Studium, schon seit Jahren ein chronischer Ärzt_innenmangel in Österreich. Die derzeit verfügbaren Studienplätze reichen nicht aus, um diesen Mangel auszugleichen. “Der Fakt, dass wir in Österreich einerseits mit einem massiven Ärzt_innenmangel zu kämpfen haben und andererseits jährlich tausende interessierte Personen keinen Studienplatz an einer medizinischen Universität bekommen können, zeigt unverkennbar, dass hier ein großer Fehler im Bildungssystem vorliegt. Die Anzahl der Studienplätze im Medizinstudium muss ausgebaut werden, um den Ärzt_innenmangel überwinden zu können.”, stellt Simon Neuhold aus dem ÖH-Vorsitzteam abschließend fest.
ÖH – Österreichische Hochschüler_innenschaft
Elisabeth Hammer
Pressesprecherin
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