Tiroler Tageszeitung, Leitartikel vom 28 September 2023. Von Michael Sprenger: „Zu viel Nähe ist Gift“.

Das Meinungsforschungsinstitut SORA hat sich mit seinem „SPÖ-Strategiepapier“ schwer beschädigt. Der ORF kündigte seinen „Hochrechner der Nation“. Einblick in die toxische Gemengelage in einem kleinen politischen Markt.
Die jüngste Affäre um das „SPÖ-Strategiepapier“ gibt Einblick in den  kleinen österreichischen Markt, wenn es um unabhängige Arbeit im Bereich von Meinungsforschung geht. Tatsächlich scheint dies kaum möglich zu sein. Und es zeigt sich einmal mehr: Zu viel Nähe ist Gift. Es ist schwierig, sich in einem kleinen Land nicht über den Weg zu laufen, nicht per Du zu sein, sich nicht zu verhabern. Umfrageinstitute suchen nicht uneigennützig die Nähe zum polit-medialen Komplex. Parteien halten die Türen offen. Voraussetzungen für eine toxische Gemengelage sind gegeben. Der Bogen spannt sich dabei von Korruptionsvorwürfen – eindrucksvoll dokumentiert durch die laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit den manipulierten Umfragen, die einst den Weg von Sebastian Kurz ins Kanzleramt ebneten. Oder im jüngsten Fall, wie versucht wird, die Einnahmequellen für ein Institut zu erweitern. 

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