ÖH: Kein Platz für Antisemitismus an der CEU

Die Studierendenvertretung der Central European University und die Österreichische Hochschüler_innenschaft stellen sich gemeinsam gegen Antisemitismus.

Ende Oktober dieses Jahres leitete die Studierendenvertretung an der CEU einen offenen Brief einer Gruppe von Studierenden, die sich “Free Palestine Collective” nennen an die Student_innen der CEU weiter, mit der Absicht, damit einen akademischen Diskurs zum Thema Israel-Hamas in Gang zu bringen. Aufgrund der Reaktionen von Teilen der Student_innenschaft hat die Hochschüler_innenschaft an der CEU erkannt, dass die Weiterleitung dieses Briefes und die Verbreitung seiner Inhalte falsch waren und sie die den Brief in keiner Weise unterstützen. Die CEU Hochschüler_innenschaft veröffentlichte daraufhin am Tag danach eine Klarstellung ihrer Absicht. Die Studierendenvertretung erkennt auch ihren Fehler, einen Diskurs aufbauen zu wollen, ohne zuerst mit der Hilfe der betroffenen Studierenden das Ausmaß der Situation abzuklären.

Seither hat sich die Hochschüler_innenschaft mit mehreren jüdischen Studierenden an der CEU getroffen, um ihre Besorgnisse und Ängste im Vordergrund zu halten. Mit deren Hilfe, hat sie einen Aktionsplan zur Bekämpfung von diskriminierendem Verhalten aufgestellt der sich auf Antisemitismus konzentriet. Die Maßnahmen, welche die Studierendenvertretung zur Bekämpfung von Antisemitismus ergreift, wie z.B. die Ermutigung von Studierenden, Vorfälle zu melden, und die Unterstützung bei der Meldung von diskriminierendem Verhalten, sind in diesem Plan dargelegt. “Wir, der Vorsitz der Hochschüler_innenschaft an der CEU, verurteilen Antisemitismus aufs Schärfste. Jegliche Form von Rassismus — sei es Antisemitismus oder antimuslimischer Rassismus — hat in unserer Gemeinschaft keinen Platz. Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, in der sich alle Studierenden wohlfühlen und erweitern können,” betont die Hochschüler_innenschaft der CEU.

Die Student_innenvereinigung ist da, um alle Student_innen bei solchen Meldungen zu unterstützen. Die CEU Hochschüler_innenschaft arbeitet mit der Universitätsverwaltung, dem Ombudsmann-Netzwerk, dem Büro für Diversität, Inklusion und Gleichstellung an der CEU und der Österreichischen Hochschüler_innenschaft zusammen, um sicherzustellen, dass die Studierenden vor diskriminierendem Verhalten geschützt sind. Diesen Plan können alle CEU Studierenden auf der Sharepoint Website von der CEU Hochschüler_innenschaft finden. 

Der Vorstand der Student_innenvereinigung begrüßt, dass die CEU-Leitung ihrer  Aufforderung, zu einer inhaltlichen Debatte des Israel-Hamas Konflikts nachgekommen ist, indem sie eine Reihe von akademischen Vorträgen und Diskussionen zu spezifischen Themen im Zusammenhang mit dem Israel-Hamas-Konflikt ins Leben gerufen hat. Die Hochschüler_innenschaft der CEU ist der festen Überzeugung, dass ein solcher akademischer Diskurs das Engagement der CEU unterstreicht, das Weltgeschehen und die politischen Prozesse kritisch zu reflektieren und den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich auf der Grundlage eines offenen Austauschs von akademischen Argumenten eine Meinung zu bilden und auszutauschen. Ein solcher akademischer Diskurs ist unbedingt notwendig, und die Hochschüler_innenschaft der CEU ist erfreut, dass Akademiker_innen im Rahmen dieser Serie eingeladen wurden, um über Antisemitismus zu diskutieren. Die ersten beiden Vorträge der Presidential Lecture Series: “The Role of Humanitarian Law” von Prof. Michael Ignatieff und “Hamas 7. Oktober Attacks: Terrorism, Strategy, and State-building” von Prof. Nick Sitter, haben bereits stattgefunden. Während der Vorlesung von Professor Sitter trugen einige Student_innen durch störendes und einschüchterndes Verhalten zu einer feindseligen Atmosphäre bei. Dies verstößt nicht nur gegen die Grundsätze der Förderung eines respektvollen Lernumfelds an unserer Universität, sondern ist auch ein offener Verstoß gegen unseren Ehrenkodex. Die CEU-Hochschüler_innenschaft toleriert an ihrer Universität kein Verhalten, das gegen den CEU Ehrenkodex verstößt. Dieser Vorfall zeigt, dass die akademische Diskussion dringend fortgesetzt werden muss, und die CEU-Hochschüler_innenschaft hofft, dass die CEU Student_innen den Vortrag von Andrea Peto zum Thema “Antisemitismus, Holocaust, Gender und Kolonialismus” am 4. Dezember um 17:30 Uhr im Auditorium der CEU Wien besucht haben. Die Hochschüler_innenschaft an der CEU fordert die Universitätsverwaltung auf, weiterhin Akademiker_innen einzuladen, die über verschiedene Aspekte des Israel-Hamas-Konflikts, einschließlich Antisemitismus, sprechen, und möchte diese Gelegenheit nutzen, um noch einmal zu bekräftigen, dass Antisemitismus an der CEU keinen Platz hat. 

“Als CEU-Student_innenvereinigung sind wir verpflichtet, Student_innen zu helfen, die sich diskriminiert fühlen und Belästigungen erfahren,” betont die Hochschüler_innenschaft an der CEU und ermutigt daher die Studierenden, sich an sie zu wenden, damit sie Student_innen dabei unterstützen können diskriminierende Vorfälle bei der CEU-Verwaltung zu melden. “Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die CEU ein sicherer Ort für uns alle ist!”, bekräftigt die Studierendenvertretung abschließend. 

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Österreich hat seit dem 7. Oktober dramatisch zugenommen. Dies gilt auch für viele Hochschulstandorte. Von Seiten der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) beobachtet man diese steigende Zahl an antisemitischen Vorfällen sehr genau und übt Kritik an den Entscheidungsträger_innen der Hochschulen. “Es kann nicht sein, dass Hochschulen ein Ort der Angst für jüdische Studierende sind. Es ist die Aufgabe der Rektorate, ihre Hochschulen zu einem sicheren Ort für alle Studierenden zu machen, indem sie diskriminierungsfreie Strukturen schaffen und diese auch stärken. Antisemitismus und Rassismus haben an unseren Hochschulen keinen Platz!”, betont das Vorsitzteam der ÖH, bestehend aus Nina Mathies, Sarah Rossmann und Simon Neuhold, nachdrücklich. Für das Vorsitzteam der ÖH ist unmissverständlich klar, dass es jetzt Handlungsbedarf von Seiten der Rektorate an Hochschulen braucht. Die Rektorate dürfen als Entscheidungsträger_innen an den Hochschulen nicht länger untätig sein und müssen gegenüber ihren Studierenden Verantwortung übernehmen.

CEU: studentunion@ceu.edu

ÖH – Österreichische Hochschüler_innenschaft
Elisabeth Hammer
Pressesprecherin
+43 676/88852212
elisabeth.hammer@oeh.ac.at
http://www.oeh.ac.at/

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