
Volkshilfe zu 30 Jahren Anerkennung der Rom*nja als Volksgruppe in Österreich
Fenninger: „Von tatsächlicher Gleichbehandlung nach wie vor weit entfernt.“
Vor 30 Jahren, am 16. Dezember 1993, wurden Rom*nja als Volksgruppe in Österreich offiziell anerkannt. Diesem politischen Meilenstein waren Jahrhunderte der Ausgrenzung und Verfolgung vorausgegangen, gipfelnd im Völkermord der NS-Zeit. Seither sind zahlreiche Vereine entstanden, die sich für eine Verbesserung der gesellschaftlichen Lage von Rom*nja einsetzen. So auch der Verein THARA der Volkshilfe Österreich, wo Rom*nja und Sinti_*zze_ muttersprachliche Beratung und Unterstützung im Weiterbildungs- und Berufsbereich erhalten. Dass Maßnahmen zur Förderung von Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit auch 30 Jahre nach der Anerkennung in Österreich noch immer dringend nötig sind, zeigen Forschung und Praxis.
„Rom*nja sind nach wie vor besonders von Ausgrenzung und strukturellem Rassismus betroffen. Das wissen wir aus der internationalen Forschung. Von einer tatsächlichen Gleichbehandlung sind wir nach wie vor weit entfernt. Besonders am Arbeitsmarkt.“ betont Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.
„Die tägliche Arbeit mit unseren Klient*innen bestätigt leider, dass wir in der Bekämpfung von Diskriminierung und Antiromaismus als Gesellschaft noch einiges mehr an Arbeit leisten müssen“, bekräftigt auch Usnija Buligovic, Leiterin des arbeitsmarktpolitischen Projektes THARA bei der Volkshilfe._ _
Die Anerkennung 1993 war ein wichtiger Meilenstein, um deutlich zu machen, was selbstverständlich sein sollte: Rom*nja sind ein bedeutsamer Bestandteil der österreichischen Kultur und Geschichte. Umso nachdenklicher stimmt es, dass es 30 Jahre später noch immer zahlreiche Projekte und Initiativen benötigt, um diese Volksgruppe sichtbarer zu machen und fairen Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen zu garantieren.
Ruth Schink
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