
Wiener: Agrarausschuss setzt sich für den Schutz von Saatgutvielfalt ein
Die Abstimmung zur neuen EU-Saatgutverordnung verlief konstruktiv. Die Weitergabe von alten, lokalen Sorten wird erleichtert, freut sich Sarah Wiener.
Mit der neuen EU-Saatgutverordnung sollen die Regeln für die Marktzulassung und Weitergabe von Saatgut endlich vereinheitlicht werden. Anstelle von 12 unterschiedlichen Richtlinien sollen EU-weite Vorschriften stehen. Der wichtigste Punkt: Der Erhalt und Schutz der Saatgutvielfalt. Die heutige Abstimmung im Agrarausschuss war dafür ein wichtiger Schritt.
SARAH WIENER, GRÜNE ABGEORDNETE UND SCHATTENBERICHTERSTATTERIN FÜR DIE SAATGUTVERORDNUNG IM UMWELTAUSSCHUSS, kommentiert: “_Unser Weltenerbe Saatgut ist in Gefahr: In den vergangenen Jahrzehnten haben haben wir einen Großteil unserer Samen- und Sortenvielfalt verloren. 12 Nutzpflanzenarten machen heute 75% der Welternährung aus, obwohl im Laufe der Menschheitsgeschichte schon tausende verschiedene Arten angebaut wurden. Der Erhalt der wenigen Vielfalt, die uns noch bleibt, ist umso wichtiger. Das stellt heute auch der Agrarausschuss fest: DIE WEITERGABE VON LOKALEN UND ALTEN SORTEN SOLL KÜNFTIG VEREINFACHT WERDEN. Die Bäuerinnen und Bauern behalten nicht nur ihr Recht auf Saatgut, sondern können auch größere Mengen anbieten, tauschen und schützen. Zudem fordert der Agrarausschuss, dass die Registrierung von Sorten EU-weit kostenlos werden soll. Das erleichtert den Zugang für kleinere Züchter und Züchterinnen und rüttelt am Monopol der Saatgutkonzerne. Corteva, Syngenta, BASF und Bayer-Monsanto dominieren allein über 50% des Marktes – DIESE MACHT ÜBER UNSERE TELLER MUSS ENDLICH GERECHTER VERTEILT WERDEN._”
Der Agrarausschuss bestätigt außerdem, was schon im Umweltausschuss vergangene Woche gefordert wurde: Saatgut soll künftig auch unter biologischen Bedingungen getestet werden können.
WIENER FASST ZUSAMMEN: “_Das ist de facto ein Schuss vor den Bug der Pestizidindustrie. Bislang werden konventionelle Sorten bei der Marktzulassung vor allem darauf getestet, ob sie mit chemischen Pestiziden und Kunstdünger optimal wachsen. Das sichert den Chemiekonzernen ihren Absatzmarkt, bringt aber keine resilienteren Sorten hervor. DER AGRARAUSSCHUSS HAT HEUTE INSOFERN FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGERE LANDWIRTSCHAFT GESTIMMT, DIE AUF EINER BUNTEN, ROBUSTEN SORTENVIELFALT BERUHT.” _
Der Bericht über die neue Saatgutverordnung wird aller Voraussicht nach im April dem Plenum zur Abstimmung vorgelegt.
Ludmilla Reisinger/Pressesprecherin Sarah Wiener, MEP
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