
79 Prozent wurden schon belästigt!
Linda Lindinger (FCG-ÖAAB): „Leider hat sich gezeigt, dass Mitarbeiterinnen von den Arbeitgebern vor sexueller Belästigung zu wenig geschützt werden!“
Wien (OTS) – 79 Prozent der Arbeitnehmerinnen sind in der Gastronomie mit frauenverachtenden oder sogar sexuellen Belästigungen konfrontiert. Dies ist einer aktuellen Studie der AK-Wien zu entnehmen. Die Studie wurde erstellt, nachdem die AK Wien in ihrer Arbeitsrechtsberatung eine starke Zunahme von sexuellen Belästigungen in den vergangenen Jahren verzeichnet hat. Gemeinsam mit der Gewerkschaft vida und der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien sollen nun Gespräche über ein Schutzkonzept stattfinden. Um dazu eine fundierte Grundlage zur Verfügung zu haben, wurde eine Online-Umfrage unter den Mitgliedern in der Wiener Gastro durchgeführt.
Gesetzliche Pflicht
Das erschütternde Ergebnis: 79 Prozent aller Frauen, die in der Gastronomie arbeiten, haben bereits sexuelle Belästigung erlebt oder beobachtet. Bei der Umfrage ist es jedoch auch darum gegangen, was denn nach einer solchen Belästigung passiert. Linda Lindinger von der FCG-ÖAAB-Fraktion in der AK-Wien: „Leider hat sich gezeigt, dass die Arbeitgeber der gesetzlicher Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung zu schützen, nicht immer nachkommen. 60 Prozent der Arbeitnehmerinnen gaben an, dass die Arbeitgeber bei Fällen von sexueller Belästigung nichts taten, obwohl diese ihnen gemeldet wurden!“
Handeln ist gefragt
Linda Lindinger: „Die Arbeitgeber müssen endlich ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen und konkret auch handeln. Etwa, indem sie Täter und Betroffene zumindest räumlich trennen. In schweren Fällen ist der Gast des Lokals zu verweisen oder es wird ihm ein Lokalverbot auferlegt. Handelt es sich um einen Mitarbeiter aus den eigenen Reihen, so müsste dieser versetzt werden.
Säumige Arbeitgeber
Laut Umfrage gaben nur 21 Prozent der belästigten Mitarbeiterinnen an, dass Gespräche mit dem Belästiger geführt wurden. Nur in 11 Prozent der Fälle gab es ein Lokalverbot und nur bei 6 Prozent wurde der Täter gekündigt. Zu zwei Prozent wurden Belästiger versetzt. Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat bei der kommenden AK-Wahl: „Das ist viel zu wenig, um der steigenden Anzahl von Belästigungen wirklich Herr zu werden. Die bisher säumig gebliebenen Arbeitgeber müssten endlich härter durchgreifen, um ihre Mitarbeiterinnen zu schützen und damit auch ein gedeihliches Betriebsklima zu schaffen!“
Fraktion christlicher Gewerkschafter Wien
KR Friedrich Pöltl
FCG-Landesgeschäftsführer
Tel.: 01/5344479481
Johann Böhm Platz 1
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